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Burgdorf wehrt sich weiter gegen Wegzug der Fachhochschule

Die Uni in Bern, die Fachhochschule in Burgdorf und Biel: So lautet im Grundsatz die Forderung der Stadt Burgdorf, die sie aus einer am Montag vorgestellten Expertise zieht.

Burgdorf leistet weiter Widerstand gegen den Wegzug der Fachhochschule.
Burgdorf leistet weiter Widerstand gegen den Wegzug der Fachhochschule.
Valérie Chételat

Im Kampf um den Erhalt der Berner Fachhochschule (BFH) in Burgdorf haben die Emmestadt und die Regionen Emmental und Oberaargau ihre Strategie geändert. Sie bekämpfen nun nicht mehr den geplanten Campus von Biel, sondern wenden sich gegen Bern.

Es sei richtig, dass der Kanton Bern die heute auf 26 verschiedene Anlagen verzettelte Berner Fachhochschule zusammenziehen wolle. Das sagte die Burgdorfer Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch am Montag vor den Medien in Burgdorf bei der Vorstellung der Stellungnahme der Emmestadt zum kürzlich vorgestellten BFH-Bericht der Kantonsregierung.

Mit seinem Vorschlag, bis 2025 in der Nähe des Bahnhofs Biel einen neuen Campus Technik zu bauen und dafür 305 Millionen Franken zu investieren, strebe der Regierungsrat aber eine Luxuslösung an. Auch nach dieser sogenannten Teilkonzentration in Bern und Biel werde die BFH weiterhin 20 verschiedene Anlagen benutzen.

«Fachhochschule primär in Biel und Burgdorf – die Universität in Bern».

Eine von der Stadt Burgdorf in Auftrag gegebene Expertise zeige «glasklar» auf, dass der regierungsrätliche Teilkonzentrations-Entscheid viel koste und zu wenig bringe, sagte Zäch weiter.

Burgdorf hingegen biete dem Kanton in der Nähe des Bahnhofs mehrere nahe voneinander liegende Flächen, die sofort für eine Überbauung zu haben wären. Ausserdem könnten so die bestehenden Gebäude der BFH in Burgdorf integriert werden und müssten nicht - eventuell ohne einen Abnehmer zu finden - zum Verkauf ausgeschrieben werden.

Die Stadt Burgdorf erhebt deshalb die Forderung: «Fachhochschule primär in Biel und Burgdorf - die Universität in Bern».

Externe Expertise vorgestellt

Die Expertise, auf die sich der Burgdorfer Gemeinderat stützt, hat die Firma MKR Partner AG mit Sitz in Solothurn verfasst. Sie hatte von der Burgdorfer Stadtregierung den Auftrag erhalten, die von der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) erstellte BFH-Standortevaluation zu überprüfen.

Einer der MKR-Partner ist der frühere Direktor des Zentrums Paul Klee in Bern, Andreas Marti. Marti sagte am Montag vor den Medien, es sei schwierig gewesen, überhaupt zu Daten zu kommen: Die BVE habe MKR nur eine dreistündige Akteneinsicht gewährt und verboten, Dokumente zu kopieren. Er frage sich, ob da nicht das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung verletzt worden sei.

Überhaupt kein Gespräch mit MKR habe der BFH-Rektor führen wollen – die Politik habe ja bereits entschieden, so dessen Begründung laut Marti.

Konzentration nötig – doch nicht nur auf zwei Standorte

Auch die MKR-Autoren teilen die Ansicht der Kantonsregierung, dass die BFH heute zu verzettelt ist. Es sei aber keine Konzentration auf nur zwei Standorte nötig. «Keine einzige Schweizer Fachhochschule wird auch in Zukunft weniger als vier Standorte aufweisen», sagte Marti.

Am besten, und deutlich günstiger als die vom Regierungsrat bevorzugte Variante, wäre eine Teilverlagerung der BFH-Teile Technik und Informatik respektive Wirtschaft, Soziale Arbeit und Administration von Bern nach Burgdorf.

Post für alle Grossräte aus Burgdorf

Der bernische Regierungsrat hatte im Februar bekanntgegeben, er strebe mittelfristig die Konzentration der BFH in Bern und Biel an, um deren Identität zu stärken und den Betrieb zu straffen. Nach Opposition im Grossen Rat legte die Regierung Anfang November einen Erläuterungsbericht vor und bestätigte ihren Entscheid.

Der Bericht des Kantons wird nun demnächst im Kantonsparlament beraten, zusammen mit mehreren parlamentarischen Vorstössen. Die Stadt Burgdorf und ihr Umland hoffen, mit Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying bewirken zu können, dass das Parlament der Regierung ein Umdenken zugunsten von Burgdorf befiehlt.

Verfasst hat die Burgdorfer Stadtregierung auch einen Brief an alle Grossrätinnen und Grossräte, in dem sie die am Montag den Medien präsentierten Argumente zusammenfasst.

SDA/bs

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