Brief schreckt Schlachthaus-Theater auf

Das Berner Schlachthaus-Theater befürchtet, dass ihm eine Fusion mit der Dampfzentrale verordnet wird.

Die Dampfzentrale könnte sich bald ein Dach mit dem Schlachthaus-Theater teilen.

Die Dampfzentrale könnte sich bald ein Dach mit dem Schlachthaus-Theater teilen.

(Bild: Valérie Chételat)

Ende Mai wird bekannt, wie das neue kantonale Kulturförderungsgesetz umgesetzt wird. Die Spekulationen in der Berner Kulturszene sind zahlreich, weil es sich auch auf die Leistungsverträge für die Subventionsperiode von 2016 bis 2019 auswirken wird, die demnächst ausgehandelt werden.

Die Abteilung Kulturelles hat diesbezüglich verschiedene Diskussionen über neue Kooperationen angestossen, unter anderem auch über eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Schlachthaus-Theater und der Dampfzentrale. Mitten in diesem Diskussionsprozess wendet sich nun das Schlachthaus an die Öffentlichkeit, weil es befürchtet, dass eine Fusion zwischen Dampfzentrale und Schlachthaus-Theater eine von der Abteilung Kulturelles bereits beschlossene Sache sei.

«Anfang April haben wir einen Brief von der Abteilung Kulturelles erhalten mit dem Inhalt, dass dies das Ziel der Gespräche sei, die am 19. Mai unter Leitung einer professionellen Coaching-Agentur begonnen werden», sagt Maike Lex, Leiterin des Schlachthauses. «Für uns, die Theaterverbände und die freie Szene ist eine ergebnisoffene Diskussion aber enorm wichtig.»

Begonnen hatten die Vorgespräche zwischen der Leitung und Vorstandsmitgliedern der beiden Institutionen bereits im Dezember. Und die seien gemäss Maike Lex sehr konstruktiv gewesen. Den Ausschlag, dass es überhaupt zu Gesprächen gekommen ist, gaben vor zwei Jahren die Forderungen der beiden Institutionen nach mehr Geld. Im Dezember 2014 dann habe Veronica Schaller, Leiterin der Abteilung Kulturelles, ihnen signalisiert, dass eine Aufstockung der Subventionen möglich wäre, Bedingung wäre aber eine Erneuerung der Strukturen, so Maike Lex.

Abteilung Kulturelles dementiert

Für Veronica Schaller sind die Ängste von Maike Lex nicht nachvollziehbar. «Es ist noch nichts entschieden», betont sie und gibt weiter zu bedenken, dass ja auch noch nicht einmal feststehe, ob die Stadt ab 2016 allein für Schlachthaus und Dampfzentrale zuständig sein werde. Dies hängt davon ab, ob sich der Regierungsrat für die Liste blau oder für die Liste rot entscheiden wird, auf der die verschiedenen Kulturinstitutionen aufgeführt sind. Nur wenn sich die Liste blau durchsetzt, ist die Stadt allein für Dampfzentrale und Schlachthaus zuständig.

Georg Weinand, Leiter der Dampfzentrale, gibt sich gelassen. «Ich erachte eine strukturelle Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen als enorme Chance, und die Form ist ja noch völlig offen.» Auch habe er nicht das Gefühl, dass es der Stadt ums Sparen gehe. «Uns gibt eine engere Zusammenarbeit mehr Spielraum, mit einer gemeinsamen Trägerschaft könnten wir uns auch international stärker positionieren.»

Der Bund

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