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Breite Allianz für die Tramvorlage

Prominente linke und bürgerliche Politiker werben gemeinsam für das Tram Region Bern. Dies auch deshalb, weil in Bern die Opposition gegen das Tram von rechts kommt, in Köniz auch aus BDP-Kreisen.

Die Buslinie 10 von Ostermundigen via Bern nach Köniz ist überbelastet - eine Tramilinie soll sie ersetzen.
Die Buslinie 10 von Ostermundigen via Bern nach Köniz ist überbelastet - eine Tramilinie soll sie ersetzen.

Das Volk von Bern, Ostermundigen und Köniz wird erst am 28. September über die Kredite für das 10er-Tram abstimmen – sowie in Köniz über die Verlängerung des 9er-Trams. Dennoch gelangen Abstimmungskomitees bereits jetzt an die Öffentlichkeit. Nach den Gegnern («Bund» vom 10. Mai) waren gestern die Befürworter an der Reihe. Ihr Abstimmungssujet ist ein Würfel mit sechs Augen, ihr Slogan: Das Tram ist «der Gewinn» für die Region Bern.

Bei seinem Auftritt gestern im alten Tramdepot in Bern demonstrierte das Komitee «Ja zum Tram» seine Stärke: die breite politische Verankerung, gerade auch im bürgerlichen Lager. Dies ist deshalb wichtig, weil das Tramprojekt in der Vorphase vor allem auf bürgerlicher Seite auf Opposition stiess. «Wir wollen zeigen, dass das Tram Region Bern nicht einfach ein Projekt der Grünen und der SP ist, sondern der ganzen Bevölkerung nützt», sagte Hans-Rudolf Saxer, Komiteepräsident, FDP-Mitglied und ehemaliger Gemeindepräsident von Muri.

Bürgerliche Schwergewichte

In der Tat sind dem Unterstützungskomitee neben prominenten Sozialdemokraten und Grünen auch politische Schwergewichte der Bürgerlichen beigetreten. So sind unter den 150 Mitgliedern die Nationalratsmitglieder Christian Wasserfallen (FDP), Christa Markwalder (FDP), Hans Grunder, Urs Gasche und Lorenz Hess (alle BDP) und sogar Nadja Pieren (SVP). Dazu kommen der Direktor der Berner KMU, Christoph Erb (FDP), der Verleger und BLS-Präsident Rudolf Stämpfli und die Präsidentin des TCS Bern-Mittelland, Sibylle Plüss.

«Tram Region Bern ist mehr als ein Verkehrsprojekt», sagte gestern Ständerat Werner Luginbühl (BDP). In der Agglomeration Bern nehme die Zahl der Arbeitsplätze zu und damit auch die Zahl der Pendler. Das könne nicht ewig so weitergehen, sagte Luginbühl. «Wir wollen, dass mehr Leute, die in der Region Bern arbeiten, auch hier wohnen.» Dazu brauche es innerhalb der Region attraktive Verbindungen des öffentlichen Verkehrs. Alle Redner betonten, dass die Buslinie 10 überlastet und die Busse überfüllt seien. «Wir brauchen grössere Transportgefässe, die mehr Leute zuverlässig und umweltfreundlich befördern können, eben das Tram», sagte Saxer. «Davon profitiert der gesamte Verkehr, auch der Autoverkehr wird flüssiger.»80 Prozent der Kosten von 500 Millionen Franken für das Tram Region Bern übernehmen Bund und Kanton. «Es wäre töricht, diese Gelder vorüberziehen zu lassen», sagte Saxer. «Diese würden dann nicht einfach eingespart, sondern in andere Projekte und in anderen Regionen investiert.»

Entschieden wird in Gemeinden

Trotz der prominenten Unterstützung für das Tram ist aber klar: Entschieden wird am 28. September in jeder der drei Gemeinden an der Urne. Ein Stimmungstest sind die Parlamentsdebatten. In Ostermundigen war die Zustimmung mit 31 zu 1 Stimmen überwältigend. Dort steht auch die SVP zum Tram. Es sei eine «historische Chance», sagte gestern Urs Rüedi, SVP-Vorstand und Unternehmer.

In der anstehenden Debatte im Berner Stadtrat zeichnet sich Opposition der SVP sowie einzelner FDP-Stadträte ab. Im Könizer Parlament dürften SVP und BDP mehrheitlich gegen das Tram stimmen. «Ich bin zuversichtlich, dass in SVP-Kreisen die ruhige Zustimmung an Boden gewinnt», sagte gestern die Könizer SP-Gemeindeparlamentarierin Annemarie Berlinger. In Bern dürften im Abstimmungskampf auch grüne Vorbehalte eine Rolle spielen – so die Quartieropposition gegen das Fällen von Alleebäumen oder Bedenken von Velofahrern. Die Präsidentin von Pro Velo, die grüne Stadträtin Regula Tschanz, will diesen entgegentreten. «Wir dürfen uns auch von Bäumen nicht den Blick auf das Ganze verstellen lassen», sagte sie. «Es wird kein Baum ohne Not gefällt, und sämtliche Bäume werden ersetzt.»

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