Boykottaufrufe gegen Toblerone

Die Berner Schokolade wird auf Social-Media-Plattformen mit Protest überschüttet – weil sie ein Halal-Zertifikat erhalten hat.

Immer noch kommt jede Toblerone aus Bern. Neu ist die Fabrik auch halal.

Immer noch kommt jede Toblerone aus Bern. Neu ist die Fabrik auch halal.

(Bild: Adriana Bella)

Schon seit April ist die weltweit bekannte Toblerone halal, also gemäss islamischen Richtlinien rein und auch gläubigen Muslimen erlaubt. Die amerikanische Firma Mondelez, die die Schokolade nach wie vor in Bern produzieren lässt, hat die Fabrik in Bern zertifizieren lassen, damit sie die Toblerone in muslimischen Ländern besser verkaufen kann, wie der «SonntagsBlick» berichtete.

Das Rezept der Schokolade musste nicht verändert werden. Denn es enthält weder Alkohol noch Schweinefleisch. Auch der Produktionsprozess sei nicht verändert worden, sagte die Sprecherin von Mondelez.

Auf der Packung steht nirgends, dass die Toblerone nun halal ist. Das Unternehmen wirbt absichtlich nicht damit. Denn es befürchtet negative Reaktionen. Tatsächlich löste der «Blick»-Artikel Hunderte von Kommentaren aus. Darunter befanden sich auch Boykottaufrufe gegen die Toblerone. Auch diverse ausländische Medien haben über die Zertifizierung und den entstandenen Proteststurm berichtet.

Ob die Zertifizierung mehr als ein Sturm im Wasserglas ausgelöst hat, ist jedoch fraglich. Denn Toblerone ist längst nicht das einzige Schweizer Produkt, das ein Halal-Zertifikat hat. Auch Ricola-Kräuterbonbons, Emmentaler von Emmi, Maggi und Nespresso sind halal. Diesen hat die Halal-Prüfung offenbar nicht geschadet.

Die Toblerone wurde 1908 von Chocolat Tobler in Bern erfunden. Rund 95 Prozent der Produktion wird heute exportiert, wichtige Abnehmer sind Duty-free-Shops an Flughäfen auf der ganzen Welt.

nj/sul

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