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Bonsoir-Betreiber wehren sich

Die Stadtregierung hält das Berner Nachtleben für attraktiv – und belegt dies mit Aussagen der Betreiber des Club Bonsoir. Diese wehren sich nun: mit einem offenen Brief.

Die Stadt solle die Nachtkultur zukunftsorientiert angehen, fordern die Betreiber des Club Bonsoir.
Die Stadt solle die Nachtkultur zukunftsorientiert angehen, fordern die Betreiber des Club Bonsoir.
Manu Friederich

«Lässt der Gemeinderat das Berner Nachtleben – und damit die Clubkultur – einfach vor die Hunde gehen oder gedenkt er jetzt endlich das Heft in die Hand zu nehmen», lautete der Titel einer Interpellation, die im Sommer 2011 von Manuel C. Widmer (GFL) und sieben weiteren Stadträten eingereicht wurde. Im Januar 2012 folgte die Antwort des Gemeinderats, der der Meinung war, dass die Stadt Bern ein attraktives Nacht- und Kulturleben biete.

Um diese Antwort zu bestärken, führte die Stadtregierung in ihrer Antwort zwei Zitate der Betreiber des Club Bonsoir an. Beide Zitate aus Artikeln der «Berner Zeitung» attestieren der Stadt ein vielfältiges Nachtleben – gemessen an der Stadtgrösse.

Keine Anwälte der «passiven Nachtleben-Politik»

Die Betreiber des Bonsoir an der Aarbergergasse wehren sich nun gegen die Verwendung ihrer Aussagen in der Antwort der Stadt – und werfen dem Gemeinderat in einem offenen Brief vor, dass die beiden Zitate aus dem November 2011 «einseitig interpretiert» seien.

Zwar stehen sie nach wie vor zu der Aussage, dass Bern – gemessen an seiner Einwohnerzahl und Grösse – über ein attraktives Kultur- und Nachtlebenangebot verfüge. Doch habe sich die Situation seither – wegen der Schliessung des Sous Soul sowie der «Verunmöglichung» des Kulturbetriebs im Wasserwerk und derzeit im Kornhausforum – negativ verändert. Die Bonsoir-Betreiber mit den Aussagen zu Anwälten der passiven Nachtleben-Politik machen zu wollen, überrasche und enttäusche sie.

Die Club-Betreiber wollen sich vielmehr dafür einsetzen, damit die Stadt eine Strategie ausarbeite, die den Chancen und Herausforderungen des Nachtlebens wirklich gerecht werde.

Falsche Argumentationsbasis

«Die Zitate aus der Presse dienen der Stadt fälschlicherweise als Basis ihrer Argumentation», sagt Arci Friede vom Bonsoir gegenüber Redaktion Tamedia. Auch gehe es im Konflikt nicht, wie von der Stadt dargestellt, um einen «Krieg zwischen Anwohner und Clubszene», sondern es gelte, Lösungen aufzuzeigen, die für die Zukunft geeignet seien: «Die Frage muss sein, wie wir das Potenzial der Nachtkultur neben wirtschaftlichen und touristischen Aspekten auch gesellschaftlich nutzen können, gibt doch die Clubkultur auch Impulse, die eine Gesellschaft positiv verändern können», sagt Friede. Und um solche Lösungen zu finden, sei die Antwort des Gemeinderats nicht geeignet.

Die Antwort des Gemeinderats und damit das Thema Nachtleben soll morgen im Stadtrat aufgegriffen werden.

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