BLS schliesst Werkstätte Bern-Aebimatt

Die BLS schliesst per Ende 2019 die Werkstätte auf der Berner Aebimatt. Die Anlage muss Gleisausbauten Platz machen.

Die BLS-Werkstätte auf der Aebimatt verschwindet.

Die BLS-Werkstätte auf der Aebimatt verschwindet.

(Bild: Stefan Anderegg)

Der Verwaltungsrat der BLS fällt demnächst den Entscheid, wo künftig das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz seine Züge wartet und repariert. Eine der BLS-Werkstätten, jene in der Berner Aebimatt, wird nämlich per Ende 2019 geschlossen.

Die Anlage ein paar hundert Meter westlich des Berner Hauptbahnhofs muss in den Jahren nach 2020 Gleisausbauten Platz machen. Zur Diskussion steht nun ein Ersatzneubau im Raum Bern, wie die «SonntagsZeitung» berichtet und wie es von der BLS am Sonntag in einer Medienmitteilung bestätigt wird.

Züge weiterhin selbst warten

Sollte sich der BLS-Verwaltungsrat für diese Option entscheiden, könnte dies Auswirkungen auf die übrigen drei BLS-Werkstätten in Bönigen, Spiez und Oberburg haben. «Im Fall eines Neubaus müsste die Auswirkung auf die übrigen drei Standorte (...) geprüft werden», schreibt die BLS.

Zurzeit sei aber einzig entschieden, dass die BLS weiterhin selber ihre Züge warten wolle. Weitere Entscheide – hinsichtlich allfälligem Ersatzneubau in Bern und der Zukunft der Werkstätten im Berner Oberland und bei Burgdorf – lägen nicht vor.

Es gehe nicht um einen Schliessungsentscheid, und Entlassungen seien keine geplant. Aufgrund der langen Vorlaufzeiten werde die Neuorganisation der BLS-Werkstätten ohnehin erst zwischen 2020 und 2020 umgesetzt. Sobald dazu Entscheide vorlägen, werde informiert.

BLS-Sprecherin Stephanie Hofer ergänzte auf Anfrage, die Überlegungen hinsichtlich Zukunft der BLS-Werkstätten zielten auch auf mehr Effizienz und Synergien. Insgesamt 350 Personen arbeiten für die BLS in den vier Werkstätten. Die Werkstatt Aebimatt Bern gehört nicht der BLS, sondern der SBB. Die BLS ist dort Mieterin.

BLS kontaktiert Regionen

Die «SonntagsZeitung» stützte ihren Artikel auf ein internes BLS-Papier. Die BLS hat deswegen eine Untersuchung wegen der Weitergabe von vertraulichen Geschäftsakten eingeleitet.

Weil die Überlegungen in der BLS-Chefetage aufgrund der Recherchen der «SonntagsZeitung» publik wurden, musste die BLS auch im Berner Oberland und in Oberburg vorzeitig kommunikativ tätig werden.

Die BLS-Spitze nahm laut Hofer mit der Gemeindepräsidentin von Oberburg und den Gemeindepräsidenten von Spiez und Bönigen Kontakt auf.

Laut dem von der BLS «grundsätzlich» bestätigten internen BLS-Papier könnte ein Werkstattneubau in Bern vor allem auf die Werkstätten Bönigen und Oberburg Auswirkungen haben. Für Spiez hingegen soll es Ausbaupläne geben.

bs/sda

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