Blockade um Eventhalle gelöst

Bernexpo lässt bauen und will ihre Gebäude verkaufen.

Auch die Festhalle Bern soll im Zuge der neuen Zusammenarbeit renoviert werden.

Auch die Festhalle Bern soll im Zuge der neuen Zusammenarbeit renoviert werden.

Christian Zellweger@@chzellweger

Auf dem Bea-Areal soll eine moderne Halle für Konferenzen und Messen zu stehen kommen – nach einem Planungsstopp im Oktober 2018 geht es nun mit diesem Vorhaben der Bernexpo weiter. Bauen soll die Halle die HRS Real Estate AG, wie die Bernexpo AG am Mittwoch mitteilte. Der Ostschweizer Generalunternehmer hat in der Stadt Bern etwa bereits das alte Eishockeystadion zur Postfinance-Arena umgebaut, auch am Neubau der Messe Basel war die Firma beteiligt.

Die Zusammenarbeit mit HRS geht aber noch weiter, wie Bernexpo-Präsidentin Franziska von Weissenfluh sagt. Gemeinsam wolle man ein neues Konzept erarbeiten, wie das Messegelände besser genutzt werden könne. «Ausser an Grossveranstaltungen wie der Bea oder den Swiss Skills stehen viele Gebäude oft leer.» Allfällige Umbauten würde wiederum die HRS oder von ihr beauftragte Unternehmen ausführen. Die Halle mit dem Projektnamen «BEmotion Base» soll die alte Festhalle aus dem Jahr 1948 ersetzen. Zum 80-Millionen-Franken-Projekt will die Stadt Bern 15 Millionen Franken beisteuern – sofern Parlament und Volk zustimmen. Am Zeitplan wird sich trotz des Planungsunterbruchs nicht viel ändern. Ursprünglich sollte die Halle 2022 fertiggestellt sein. Das sei immer noch möglich, sagt von Weissenfluh. Allerdings sei 2022 der «absolut frühestmögliche Termin», der nur eingehalten werden könne, wenn alles ohne weitere Verzögerungen ablaufe.

Immobilien verkaufen

Gleichzeitig will die Bernexpo die Aktienmehrheit ihrer Tochterfirma Messepark AG loswerden – diese besitzt und verwaltet die Bernexpo-Immobilien. An dieser Gesellschaft ist derzeit die Bernexpo mit gut 77 Prozent beteiligt, die Stadt und der Kanton Bern, diverse Agglomerationsgemeinden und Private halten weitere Anteile. HRS soll nun für weitere Investoren sorgen, die einen Teil der Aktien der Bernexpo übernehmen sollen. Mit der neuen Trägerschaft wolle man langfristige Mietbedingungen vereinbaren, die den heutigen Aufwendungen entsprechen sollen. Für von Weissenfluh ist klar: «Wir wollen weiterhin in Bern tätig sein, das ist unsere ‹Homebase›». Bleibt das Risiko, dass sich niemand findet, der sich an der Messepark AG beteiligen will. «Davon gehen wir nicht aus», sagt von Weissenfluh zu diesem Szenario. Das Gelände sei sehr attraktiv und die Bernexpo eine solide und langfristige Sockelmieterin.

Aus Sicht der Stadt sei es wichtig, dass der Messeplatz Bern so bespielt und entwickelt werde wie bisher, sagt Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). «Das steht für uns im Vordergrund und nicht, wer die neuen Investoren sind.» Unter diesen Bedingungen stehe der Gemeinderat zu seiner Absichtserklärung, bei der Stimmbevölkerung 15 Millionen Franken an den Bau der neuen Eventhalle zu beantragen.

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