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Blaues Bähnli bekommt neue Räder gegen Quietschen

Die beiden Unternehmen RBS und Bernmobil scheinen das Problem mit den quietschenden Trams der Berner Tramlinie 6 offenbar in den Griff zu bekommen: Tests mit neuen Rädern haben ergeben, dass sich der Lärm «deutlich» reduziert.

Ungeliebtes Tram Nummer 6. Mit neuen Rädern will Bernmobil nun das Lärmproblem beheben. (Adrian Moser)
Ungeliebtes Tram Nummer 6. Mit neuen Rädern will Bernmobil nun das Lärmproblem beheben. (Adrian Moser)

Ein mit diesen neuen Rädern ausgestattetes Tram der Linie 6 verursachte bei Messungen in einer Kurve einen maximalen Lärmpegel von 74 Dezibel, während ein nicht saniertes Tram dieser Bauart fast 100 Dezibel hervorrief. Das gaben die beiden Unternehmen des öffentlichen Verkehrs am Freitag in Bern vor den Medien bekannt.

Doch nicht nur der Lärm vermindert sich deutlich. Auch die Art des Lärms ist anders, wie sich zeigte, als an der Medienkonferenz eine Aufzeichnung der Vorbeifahrt abgespielt wurde. Das unangenehme Kreischen ist weg - was bleibt, ist ein gleichmässiger, dumpfer Schall - vergleichbar mit dem Lärm der neuen Combino-Trams.

Aufgrund der positiven Testergebnisse haben RBS und Bernmobil beschlossen, sämtliche Trams der Linie 6 - die sogenannten «Blauen Bähnli» - mit den neuen Rädern auszustatten. Das dauert bis voraussichtlich bis Mitte November und kostet die beiden Unternehmen 930'000 Franken.

Ab April wird Linie vorübergehend getrennt

Um bis zum Abschluss der Sanierung die Bevölkerung in den besonders betroffenen Gebieten im Südwesten der Stadt Bern zu schonen, haben RBS und BERNMOBIL eine weitere Massnahme beschlossen: Ab der ersten Hälfte April wird die Tramlinie 6 beim Berner Zytgloggeturm aufgetrennt.

Passagiere aus dem Osten Berns und den Gemeinden Worb und Muri müssen also während ein paar Monaten wieder wie früher umsteigen, wenn sie zum Hauptbahnhof Bern oder in Richtung Bern-Fischermätteli wollen.

Bernmobil und RBS seien zum Schluss gekommen, dass die Lärmverminderung höher zu gewichten sei als der vorübergehende Verzicht auf die Durchmesserlinie, sagte Bernmobil-Direktor René Schmied. Weil das Weichendreieck beim Berner Zytglogge saniert werden müsse, wäre die Linie im Sommer ohnehin acht Wochen lang getrennt worden.

RBS kämpft seit 2004 gegen Quietschen

Der Regionalverkehr Bern-Solothurn kämpft schon seit 2004 gegen die quietschenden Räder des «Blauen Bähnli», wie RBS-Vizedirektor Hans-Jakob Stricker vor den Medien sagte. Bei der Kurve des Trams beim «Sternen» Muri ist 2009 eine Schienenkopfschmieranlage installiert worden.

Im Osten der Stadt Bern sei das Lärmproblem insgesamt weniger gross als im Südwesten, weil etwa beim Berner Burgernziel-Kreisel der Lärmpegel durch den übrigen Verkehr höher sei, sagte Stricker. Auch stünden etwa im Mattenhofquartier die Häuser näher an den Schienen und die Kurven seien dort schärfer als im Osten der Stadt.

Mit ziemlich massivem Protest aus dem Südwesten der Stadt Bern sehen sich die beiden Unternehmen konfrontiert, seit ein Tram nach Bern West fährt und Bernmobil den ganzen Netzplan erneuerte.

Der Protest kumulierte Mitte Februar in einer mit 1172 Unterschriften versehenen Petition an Bernmobil für ruhige, komfortable und pünktliche öffentliche Verkehrsmittel.

Die «Summe der Rückmeldungen» hätten nun die beiden Unternehmen veranlasst, die genannten Änderungen vorzunehmen, sagte Schmied. Schon seit Februar wird die Linie Nummer 6 beim Zytglogge werktags frühmorgens, abends und am Sonntag bis zirka 9 Uhr getrennt.

SDA/gbl

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