«Bier ist interessanter als Wein»

Der Verein Zapf! will Bierfreunden lokale Brauerzeugnisse näherbringen. Dazu organisiert er ein Festival auf der Warmbächlibrache.

Lokales Bier für Liebhaber: Am 10. Juni gibt es auf der Warmbächlibrache Bier aus der Region zu probieren (Symbolbild).

Lokales Bier für Liebhaber: Am 10. Juni gibt es auf der Warmbächlibrache Bier aus der Region zu probieren (Symbolbild).

(Bild: Keystone)

Martin Erdmann@M_Erdmann

Es war eine Idee die schon länger in Alex Chevalleys Kopf gärte: Ein Berner Bierfestival, das die Kunst von lokalen Kleinbrauereien der breiten Öffentlichkeit näherbringt. «Das gibt es hier noch nicht. Bern hinkt wieder einmal hinterher.» Also stampfte er den Verein Zapf! aus dem Boden, holte einige Freunde dazu und reservierte für den 10. Juni die Warmbächlibrache für das erste Craft Bier Festival Bern. Es soll ein Anlass für Bierfeinschmecker werden. «Wer kommt, um vor dem Ausgang vorzuglühen, ist hier falsch», sagt Chevalley. Festivalbesucher kriegen ein Zweideziliterglas ausgehändigt, mit dem die Erzeugnisse von sechs Berner Brauereien gekostet werden können.

In den letzten Jahren hat sich in der Berner Biervielfalt einiges getan. Mikrobrauereien schossen aus dem Boden, auf Bier spezialisierte Beizen haben einiges zu zapfen. Was macht die Faszination Bier aus? «Es ist ein Getränk, dessen Herstellung keine Grenzen kennt», sagt Chevalley, der selber Bier braut. «Beim Brauen ist Fantasie gefragt. Man kann mit unkonventionellen Zutaten arbeiten.» Deshalb sieht er Bier auch als interessanteres Getränk als Wein.

Jeder Hype hat seine Grenzen. Erste Anzeichen machen sich mit dem drohenden Konkurs des Liebefelder Bierspezialisten Erzbierschof bemerkbar. Glaubt Chevalley, dass die Berner Bierblase bald platzen wird? Er verneint. «Solange Brauer bescheiden bleiben und sich mit Geld für Miete und Ferien zufriedengeben, ist in Bern noch viel Platz.»

Bierkonsum unbekannt

Das Festival soll nicht nur die Gäste an lokales Bier heranführen, sondern auch die Brauer untereinander besser vernetzen. Denn unter Braumeistern gibt es aus Tradition gewisse Berührungsängste. «Viele haben Angst, dass von ihnen abgeschaut wird. Es herrscht ein gewisses Gartenhag-Denken.» Ein Verhalten, das sich bei einem persönlichen Treffen schnell ändert. «Nach zehn Minuten ist man dann beste Freude.»

Trinkt Chevalley denn auch das Bier der lokalen Konkurrenz? «Das kann schon vorkommen. Aber das eigene schmeckt mir natürlich am besten.» Auf die Frage, wie viel Gerstensaft der Bierbrauer und Präsident eines Biervereins denn pro Woche trinkt, antwortet Chevalley verschlossen. «Kein Kommentar.»

Das Craft Beer Festival Bern findet am 10. Juni auf der Warmbächlibrache statt. Weitere Informationen gibt es hier.

DerBund.ch/Newsnet

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