«Bezüglich Hotels hat Bern Nachholbedarf»

Stadtpräsident Alexander Tschäppät begrüsst die Hotelpläne in der Berner Schönburg. Die Stadt Bern brauche gute Dreisternhotels.

«Es ist toll, dass aus einem Bürohaus ein bewohntes Haus wird.»

«Es ist toll, dass aus einem Bürohaus ein bewohntes Haus wird.»

(Bild: Keystone)

Gianna Blum

Herr Tschäppät, im ehemaligen Posthauptsitz in der Schönburg entsteht ein Dreisternhotel. Ist das das Hotel, das es an dieser Lage braucht?
Ich bin kein Touristiker. Aber ich denke, es ist toll, dass aus einem Bürohaus ein bewohntes Haus wird.

Ursprünglich war für die Schönburg von einem Fünfsternhotel die Rede. Halten Sie zwei Sterne weniger für den richtigen Entscheid?
Ja. Bern hat bereits zwei Fünfsternhotels, die um Auslastung kämpfen. Gute Drei- und Viersternhotels sind nötig. Wenn an dieser tollen Lage zu vernünftigen Preisen ein gutes Angebot entsteht, finde ich das sensationell.

Die Hotels der Kette Prizeotel kommen in sehr knalligem Design daher. Passt das in die Schönburg?
Ich kenne das Design nicht, aber über Geschmack lässt sich immer streiten. Wichtig ist: Wir brauchen moderne Hotels, die den heutigen Ansprüchen von reisegewohnten Touristen entsprechen, da haben wir Nachholbedarf. Es kommt darauf an, dass Preis, Leistung und Lage stimmen.

Neben dem Hotel sind auf 20'000 Quadratmetern sind nun Miet- und nicht Eigentumswohnungen geplant. Zieht man damit die richtigen Steuerzahler an?
Wenn diese Wohnungen an Leute vermietet werden, die in Bern Steuern zahlen und hier leben wollen, ist aus meiner Sicht alles gut.

Geplant sind vor allem 2,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen. Ist es nicht bedauerlich, entstehen keine neuen Wohnungen für Familien?
Das Projekt ist tatsächlich nicht sehr familienfreundlich. Doch das Gebäude liegt direkt an einer Kreuzung, was vielleicht ohnehin nicht die beste Lage für Familien ist. Meine Sorge ist eher, dass die kleinen Wohnungen dann als Zweitwohnungen benutzt werden oder dass Firmen sie als temporäre Unterkünfte für Spezialisten nutzen. Je kleiner die Wohnungen, je grösser das Risiko, dass das passiert.

Zusätzlich entsteht auch eine Coop-Filiale, begrüssen Sie das?
Ja, in dem Quartier hat es ja relativ wenig Einkaufsmöglichkeiten. Es braucht Läden, um ein Wohnquartier zu versorgen.

Wie kann sich die Schönburg abgesehen von diesem Projekt noch weiterentwickeln?
Das Entwicklungspotenzial ist nicht mehr sehr gross. Ich sehe eher vis-à-vis beim Kasernenareal Möglichkeiten, wo es noch grosses Verdichtungspotenzial hat.

DerBund.ch/Newsnet

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