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Besetzer haben «rote Linie» überschritten

Besetzer an der Bahnstrasse werfen der Stadt Bern Abriss auf Vorrat vor. SP-Gemeinderat Aebersold kontert.

Gemeinderat Michael Aebersold (SP) stellt den Hausbesetzern ein Ultimatum.
Gemeinderat Michael Aebersold (SP) stellt den Hausbesetzern ein Ultimatum.
Adrian Moser

«Kein Abriss auf Vorrat!» – das fordern die Besetzer des leer stehenden Wohnhauses an der Bahnstrasse 69 in einer Mitteilung. Das Kollektiv «Januarlöcher» hatte den zweistöckigen Block im Steigerhubel Mitte Januar besetzt. Der Betonklotz gehört der Stadt Bern. In dem Schreiben, welches auch in diversen sozialen Medien veröffentlicht wurde, wird die Stadt, insbesondere das Amt Immobilen Stadt Bern (ISB), heftig kritisiert. Laut den Besetzern reisse die Stadt das Gebäude auf Vorrat ab, obwohl die Bewilligung des Baugesuchs für den Neubau noch in weiter Ferne liege. Die Wohnpolitik der Stadt bezeichnen die Besetzer als «herablassend und arrogant».

Ganz konkret geht es bei dem Streit um den gescheiterten Versuch, die Besetzung im Steigerhubel zu legalisieren. Ihnen sei ein Vertrag ausgehändigt worden, in dem «explizit steht, wir dürfen bleiben, bis das Baugesuch bewilligt ist», so die Besetzer. Doch der Deal platze. Zwar bestätigte der zuständige Gemeinderat Michael Aebersold (SP) am Mittwoch auf Anfrage das Vertragsangebot. Doch sei dieses zurückgezogen worden, «weil von den Besetzerinnen und Besetzern eine rote Linie überschritten worden ist». Aebersold spricht von Reklamationen seitens der Nachbarschaft und Nachtruhestörungen. Nachdem auch noch zweimal Mitarbeiter von Immobilen Stadt Bern durch einzelne Besetzer «verbal bedroht» worden seien, sei die nötige Vertrauensgrundlage nicht mehr gegeben gewesen. Die Stadt zog ihr Angebot zurück und setzte den Aktivisten ein Ultimatum: Bis zum 16. Februar müssen sie die Liegenschaft verlassen.

Man zähle darauf, dass das Kollektiv innert Frist abziehe, sagt Aebersold, «sodass es nicht nötig sein wird, weitere Massnahmen zu ergreifen». In diesem Fall werde man von einer Strafanzeige absehen. Ob die Besetzer darauf eingehen werden, ist ungewiss. Jedenfalls haben sie bereits am selben Tag für eine Demo in der Innenstadt aufgerufen.

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