Berns Nachbarn empört wegen Nomaden-Umzug

Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) räumt ein, dass es «psychologisch angezeigt» gewesen wäre, Bremgarten und Kirchlindach zu informieren.

Die Stadtnomaden ziehen auf ein Gelände neben der ARA Neubrück - sehr zum Unmuit der Nachbargemeinden Bremgarten und Kirchlindach.

Die Stadtnomaden ziehen auf ein Gelände neben der ARA Neubrück - sehr zum Unmuit der Nachbargemeinden Bremgarten und Kirchlindach.

(Bild: Adrian Moser (Archiv))

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Die Stadtnomaden ziehen nächste Woche für drei Monate auf ein Gelände neben der ARA Neubrück. Die Reaktion der Nachbargemeinden Bremgarten und Kirchlindach ist harsch, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Bremgartens Gemeindepräsident Dominique Folletête (FDP) spricht von einem «extrem unfreundlichen Akt», der Gemeindeschreiber von Kirchlindach ist «mehr als erstaunt». Beide Gemeinwesen wollen offenbar rechtliche Möglichkeiten gegen die Fahrnisbauten prüfen.

Die Gemeinden Bremgarten und Kirchlindach gehörten einst zu den zahlreichen Einsprechern, welche die Einrichtung eines definitiven Nomaden-Standplatzes in der Neubrück erfolgreich bekämpft hatten. Der Kanton hiess die Einsprachen Ende 2012 gut und lehnte das Vorhaben als «nicht zonenkonform» ab.

«Wäre Akt der Höflichkeit gewesen»

Laut Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) wäre es allenfalls «psychologisch angezeigt» gewesen, die beiden Gemeinden im Vorfeld zu informieren. «Es wäre ein Akt der Höflichkeit gewesen.» Ihm sei aber von Anfang an klar gewesen, dass das Vorhaben nicht auf Gegenliebe stossen werde. «Es ist aber nicht die Frage, ob das Provisorium für Bremgarten und Kirchlindach denkbar ist oder nicht.» Der Standplatz in der Neubrück komme auf Stadtboden zu stehen und befinde sich nicht direkt an der Stadtgrenze. Zwischen dem Standort und den Nachbargemeinden fliesse die Aare. Lärmprobleme im Zusammenhang mit den Stadtnomaden seien bisher kaum bekannt. «Die Gemeinden werden durch das Provisorium kaum beeinträchtigt», sagt Tschäppät.

Warten auf den Kantons-Entscheid

Gemäss Turnus wechseln die Stadtnomaden zurzeit alle drei Monate ihren Standplatz, da für eine längere Zeitdauer ein Baugesuch erforderlich wäre. Im Herbst letzten Jahres haben sich 54 Prozent der Stimmenden in der Stadt Bern für die Einrichtung einer Zone für Wohnexperimente in Riedbach ausgesprochen. Gegen diese Zone sind zurzeit zehn Einsprachen von Anwohnern und Ortsvereinen hängig. Der Entscheid des kantonalen Amtes für Gemeinde und Raumordnung (AGR) wird für Mitte März erwartet. Falls er negativ ausfällt und die Beschwerdeführer an die nächsthöhere Instanz gelangen, müsste die Stadt erneut einen provisorischen Standort suchen.

«Die Stadtnomaden können nicht in der Neubrück bleiben, falls sich die Einrichtung des Standplatzes Riedbach verzögert», sagt Tschäppät. Solange es keinen definitiven Standort für die Wagen gebe, müsse alle drei Monate ein Wechsel erfolgen. «Durch die Bautätigkeit auf Stadtgebiet wird es allerdings immer schwerer, neue Provisorien zu finden», sagt Tschäppät.

Der Bund

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