Bernmobil erhält keine Wendeschlaufe auf dem Helvetiaplatz

Für den Berner Gemeinderat würden Gleise rund um das Denkmal auf dem Helvetiaplatz die Neugestaltung des Platzes zu stark einschränken.

Bernmobil bedauert den Verzicht auf eine Wendeschlaufe.

Bernmobil bedauert den Verzicht auf eine Wendeschlaufe. Bild: Adrian Moser

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Bernmobil ist weiter auf der Suche nach einer Möglichkeit für eine Tramwendeschlaufe auf der östlichen Seite der Aare. Der Gemeinderat der Stadt Bern hat den Wunsch von Bernmobil, auf dem Helvetiaplatz eine solche Wendemöglichkeit zu bauen, abgelehnt. Die geplante Aufwertung des Platzes verträgt sich nicht mit einem zusätzlichen Tramgleis rund um das monumentale Welttelegrafen-Denkmal von 1922: «Der Gemeinderat hat beschlossen, auf die Wendeschlaufe zu verzichten», sagt Peter Tschanz, Generalsekretär der Präsidialdirektion, auf Anfrage.

«Es ist eine Frage der Freiheitsgrade für die Platzgestaltung. Der Raum für eine Bespielung des Platzes wäre eingeschränkt.» Demnächst wird sich der Gemeinderat mit einem Projektierungskredit für die Umgestaltung des Platzes befassen. Der Helvetiaplatz sei ein ganz zentraler und prägender Platz für den Verkehr und für die Museen, sagt Stadtplaner Mark Werren. «Der Platz soll als Zugangsort attraktiver werden. Aufenthalts- und Erlebnisqualität sollen verbessert werden.»

Mit dem Beschluss hat die Stadt auch kritische Stimmen aus der Mitwirkung aufgenommen: So hielt zum Beispiel der Verein Läbigi Stadt fest: Eine Wendeschlaufe sei «alles andere als visionär und eine verpasste Chance». Der Verein möchte «Begegnungsorte statt Parkplatzwüsten». Ein Leserbriefschreiber bezeichnete kürzlich eine solche Schlaufe sogar als «städtebaulichen Sündenfall», den es abzuwenden gelte. Bei der Sanierung der Kirchenfeldbrücke Ende der 1980er-Jahre führte eine provisorische Wendeschlaufe rund um das Denkmal mit dem grossen Brunnen.

Platz bleibt wichtig für Verkehr

Vergangenen Freitag gaben Stadt, Kanton und Burgergemeinde Bern die städtebauliche Vision einer «Museumsinsel» nach dem Vorbild von Berlin bekannt. Dabei soll das Zusammenwirken aller kultureller Institutionen gefördert werden («Bund» vom 11. März). Konkret geht es um die Fläche zwischen dem Historischen Museum, dem Naturhistorischen Museum sowie dem Museum für Kommunikation. Dort befinden sich heute kleinere Bauten sowie ein Parkplatz. Veränderungen sind aber auch beim Helvetiaplatz erwünscht. Stadtpräsident Alec von Graffenried dämpfte im «Bund» aber allzu hochgesteckte Erwartungen: «Der Helvetiaplatz wird ein Verkehrsknotenpunkt bleiben.» Tram- und Buslinien führen über den Platz und begrenzen damit die mögliche Fläche für eine Umgestaltung.

Bernmobil: «Als sinnvoll erachtet»

Vor knapp 20 Jahren dachte die Stadt auch über eine mögliche Versetzung des Denkmals nach. Diese Frage sei verfrüht, heisst es am Mittwoch seitens der Stadt. Erst müssten die Bedürfnisse und Anforderungen an den Platz evaluiert werden, bevor die Frage nach der Versetzung des Denkmals oder auch diejenige nach der Aufhebung von Parkplätzen beantwortet werden könne.

Bernmobil bedauert laut Mediensprecher Rolf Meyer das Nein des Gemeinderats: «Betrieblich haben wir eine Wendeschlaufe auf dem Helvetiaplatz als sinnvoll erachtet.» Damit wäre bei Demonstrationen, Betriebsstörungen oder Bauarbeiten eine Wendemöglichkeit nahe an der Innenstadt verfügbar gewesen. «So hätten wir den Busersatz minimieren können», sagt Meyer. Für die Linien 6 (Fischermätteli–Worb), 7 (Bümpliz–Ostring) und 8 (Brünnen–Saali) besteht damit weiter keine Wendeschlaufe auf der Ostseite.

Auf der Linie 6 verkehren Zweirichtungstrams, also Fahrzeuge mit zwei Führerkabinen: Diese brauchen keine Wendeschlaufe, sondern nur eine Weiche, um für die Rückfahrt auf die anderen Gleise zu gelangen. Möglich ist dies auf dem Casinoplatz oder im Egghölzli. Zudem besteht die Möglichkeit, mit einem Querbetrieb über den Kornhausplatz die Linien mit dem Guisanplatz zu verbinden. Auf der anderen Seite der historischen Altstadt verfügt Bernmobil in der Schwanengasse über eine Wendeschlaufe.

«Keine valable Alternative»

Das Problem mit der fehlenden Wendeschlaufe bleibt damit ungelöst. «Es gibt keine valable Alternative zum Helvetiaplatz», erklärt Meyer von Bernmobil. Die vorgesehene Abzweigemöglichkeit beim Burgernziel wäre die einzige Alternative, brächte aber für die Fahrgäste und Bernmobil einen deutlich geringeren Nutzen. Die frühere Wendeschlaufe im alten Tramdepot Burgernziel ist wegen der Umnutzung des Areals entfallen. Die Tramflotte von Bernmobil besteht hauptsächlich aus Fahrzeugen, die nur in eine Richtung fahren können. Eine Umstellung ist zurzeit nicht vorgesehen. (Der Bund)

Erstellt: 16.03.2017, 06:49 Uhr

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