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Berner Stadtregierung will mehr Velo-Verkehr

Der Berner Gemeinderat will das Image der wenig velofreundlichen Stadt korrigieren.

Davon soll es noch mehr geben: Der Berner Gemeinderat bricht eine Lanze für den Fahrrad-Verkehr.
Davon soll es noch mehr geben: Der Berner Gemeinderat bricht eine Lanze für den Fahrrad-Verkehr.
Valérie Chételat

Der Berner Gemeinderat hofft, den Gesamtverkehrsanteil des Velos bis 2030 auf rund 20 Prozent steigern zu können.

Dieses ambitionierte Ziel will der Gemeinderat mit einer sogenannten «Velo-Offensive» erreichen, wie er am Donnerstag ankündigte. Dabei handelt es sich zunächst um einen verwaltungsinternen Prozess. Alle betroffenen Stellen in der Stadtverwaltung sollen sich künftig für eine velofreundlichere Stadt einsetzen.

Heute beträgt der Velo-Anteil in Bern nur gerade elf Prozent. Er stagniert seit Jahren.

«Viele Städte in Europa erleben derzeit einen Velo-Boom», erklärte Gemeinderätin Ursula Wyss. «Das Velo ist innerhalb der Kernstädte und in den Quartieren sehr oft das schnellste Verkehrsmittel. Dieses Potenzial wollen wir auch in Bern besser ausschöpfen.»

Bern wolle die Erfolge, welche die Stadt in den letzten Jahrzehnten beim öffentlichen Verkehr erreicht habe, auf den Veloverkehr ausdehnen. So könne eine Zunahme des motorisierten Individualverkehrs langfristig verhindert werden.

Schon 1999 nahmen die Stimmberechtigten ein Reglement über die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs an. Seither seien zahlreiche Einzelmassnahmen ergriffen worden, schreibt der Gemeinderat. Die Velo-Offensive solle diese Massnahmen nun gezielt ergänzen.

«Es wird insbesondere darum gehen, eine eigentliche Velo-Kultur zu entwickeln», heisst es im Communiqué. «Velofahrende sollen sich in Bern willkommen und nicht nur geduldet fühlen».

Mehrere grössere Velo-Infrastrukturprojekte sind bereits am Laufen. So hat der Stadtrat kürzlich einen ersten Planungskredit für eine Fuss- und Velobrücke Breitenrain-Länggasse genehmigt. Zudem sucht eine Arbeitsgruppe nach Lösungen, damit künftig aus jedem Stadtteil eine Veloroute ins Zentrum führt. Weiter soll ein Velo-Verleihsystem eingeführt werden.

Velo-Lobby erfreut

Pro Velo Bern begrüsst die «Velo-Offensive» des Gemeinderats. Ein Gesamtverkehrsanteil von rund 20 Prozent «wäre ein grosser Fortschritt», heisst es in einem Communiqué. Von zentraler Bedeutung seien die Schaffung zusätzlicher Abstellmöglichkeiten sowie Verbesserungen bei der Infrastruktur.

Pro Velo Bern nennt zwei konkrete Beispiele - erstens eine grüne Welle rund um den Bahnhof, zweitens die Entfernung unnötiger Ampeln auf der Monbijoustrasse und der Bundesgasse. «Rotlichter werden dann respektiert, wenn sie auch Sinn machen», schreibt die Organisation.

SDA/hjo

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