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Berner Stadtrat will keine Autos auf Velobrücke

Der Berner Stadtrat hat einen entsprechenden Antrag in einem Vorstoss abgelehnt. Das Stadtparlament willigte jedoch ein, eine Generationenbrücke zu prüfen.

Hier soll die Velobrücke entstehen.
Hier soll die Velobrücke entstehen.
Adrian Moser (Archiv)

Die geplante Brücke vom Breitenrain- ins Länggassquartier hiess einst Panoramabrücke und dann Fussgänger- und Velobrücke. Nun soll sie zur Generationenbrücke werden. Das forderte ein dringlicher Vorstoss seitens FDP, CVP und BDP. Die Meinungen, was eine Generationenbrücke ist und wie sie ausgestaltet werden soll, gingen im Stadtrat jedoch diametral auseinander.

Eine Brücke - mehrere Ideen

Wenn die Linken im Rat an eine Generationenbrücke denken, malen sie ein Bild mit Kleinkind auf dem Dreirad, Familien auf dem Velo, Studentinnen auf dem Skateboard und Grosis auf dem Rollator. Es sei legitim, eine Brücke ausschliesslich für den Fuss- und Veloverkehr zu bauen, so der Tenor.

Den Bürgerlichen schwebt hingegen eine Brücke mit selbstfahrenden Fahrzeugen und Robotertechnik vor. «Wir stehen am Anfang eines neuen Mobilitätszeitalters», sagte Michael Daphinoff (CVP). Die Nachfrage nach Verkehrsmitteln steige und die Mobilität der Zukunft solle für einen Bau der Brücke mitberücksichtigt werden. Dies forderten FDP, CVP und BDP in ihrer Motion. Der Bau einer reinen Fussgänger- und Velobrücke solle sistiert werden. «Wir wollen keinen mudrigen kleinen Steg, sondern eine richtige Brücke», sagte Bernhard Eicher (FDP). «Es ist ein hoher Anspruch, dass die Brücke mit heute noch unbekannten Verkehrsmitteln kompatibel sein soll», konterte Barbara Nyffeler (SP) in spöttischem Ton.

Mehrere Stadtparlamentarier warfen den Vorstossenden zudem eine Verzögerungstaktik vor. «Wenn wir so weitermachen steht die Brücke am »Nimmerleinstag«, sagte Stéphanie Penher (GB).

Die GLP kritisierte, dass keine ausgereifte Kosten-Nutzen-Analyse zum Projekt existiere. Die Verkehrsdaten, auf deren Basis geplant wurde, seien veraltet, sagte Melanie Mettler (GLP).

Ginge es nach der SVP würde auf der Brücke auch motorisierter Individualverkehr zugelassen. Die Partei unterstützte den Vorstoss der FDP, CVP und BDP jedoch nicht, weil sie davon ausgeht, dass unter »smarter Mobilität« keine Individualfahrzeuge gemeint sind.

Frage der Dimensionierung zu klären

Mit dem behandelten Vorstoss dürfte zumindest eines geklärt sein: Die Brücke wird nicht für Autos zugänglich sein. »Es ist klar, dass die Brücke hauptsächlich für Fuss- und Veloverkehr geschaffen wird", bestätigte SP-Gemeinderätin Ursula Wyss. Nun sei wichtig, die Frage der Dimensionierung zu klären.

Die Stadtregierung will auch die Aufwärtskompatibilität der Brücke für eine allfällige Nutzung durch einen Shuttle-Bus und die Linienführung der Brücke vertieft prüfen. Das letzte Wort zum Projekt wird das Berner Stimmvolk haben.

SDA/kls

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