Zum Hauptinhalt springen

Berner Stadtrat will Cannabisverkauf

Der Berner Stadtrat will nach wie vor einen Pilotversuch für einen kontrollierten Cannabisverkauf. Das hat er am Donnerstag deutlich gemacht.

Cannabis sei die am häufigsten konsumierte illegale Substanz.
Cannabis sei die am häufigsten konsumierte illegale Substanz.
Thomas Egli (Symbolbild)

Mit 56 zu 9 Stimmen überwies das Parlament eine entsprechende Richtlinienmotion und stärkte damit dem Gemeinderat den Rücken. Schon 2013 hatte das Parlament ein Cannabis-Pilotprojekt gefordert. Für den Versuch interessierten sich nebst Bern auch andere Schweizer Städte. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verweigerte aber kürzlich dem Forschungsgesuch der Universität Bern die Bewilligung. Dafür fehle die rechtliche Grundlage.

Gefordert ist nun also die eidgenössische Politik. Will sie ein Pilotprojekt ermöglichen, muss sie einen Experimentierartikel im Betäubungsmittelgesetz verankern. Der Berner Gemeinderat setzt sich dafür ein, dass der Bund in der Sache vorwärts macht. Mit einer Interfraktionellen Motion wollten Stadtratsmitglieder aus fast allen Fraktionen dem Gemeinderat den Rücken stärken. Widerstand kam nur von der SVP.

Das Bundesamt für Gesundheit habe sich klar dagegen entschieden, dass junge Leute mit staatlicher Unterstützung zu Drogen kämen, sagte Henri-Charles Beuchat namens der SVP. Diesen Entscheid gelte es zu respektieren.

Cannabis sei die am häufigsten konsumierte illegale Substanz, Kiffer hätten ein erhöhtes Risiko für psychische und physische Probleme. Das Parlament propagiere «übermässiges Kiffen» mit allen negativen Folgen, kritisierte Beuchat.

Alkohol sei mindestens so schädlich wie Kiffen, hielten mehrere Votantinnen und Votanten entgegen. Dass es einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und psychischen Problemen gebe, sei zwar bekannt. Doch sei offen, ob Kiffer psychische Probleme bekämen oder Leute mit psychischen Problemen zu kiffen begännen. Die Motion gebe ihr die Legitimation, wieder beim Bund vorstellig zu werden und sich für das Pilotprojekt einzusetzen, sagte Sozialdirektorin Franziska Teuscher. «Wir wollen wissen, wie wir den Gesundheitsschutz der Drogenkonsumierenden erhöhen können.»

Man wolle ja nicht neue Drogenkonsumenten schaffen, betonte Teuscher. Im Pilotprojekt gehe es vielmehr um Leute, die bereits kifften. Diese sollen sich registrieren lassen können und Cannabis dann in der Apotheke beziehen.

SDA/net

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch