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Stadtrat spricht zwei Millionen für die «Tankerä»

Der Kredit für die «Tankerä», den Jugendclub an der Nägeligasse, war im Stadtrat unbestritten. Die Anwohner sind hingegen weniger begeistert.

Wird zur «Tankerä»: Das Haus an der Nägeligasse in Bern.
Wird zur «Tankerä»: Das Haus an der Nägeligasse in Bern.
Valérie Chételat

Mit einem neuen Jugendraum in der Innenstadt will die Stadt Bern eine Angebotslücke für Jugendliche schliessen. Das Stadtparlament hat sich gestern Abend mit nur einer Gegenstimme hinter das Projekt an der Nägeligasse gestellt – und einen Kredit von 1,95 Millionen Franken für Umbauarbeiten genehmigt.

Die Ausgehmöglichkeiten für unter 18-Jährige seien in der Stadt Bern rar, waren sich die Stadträte von links bis rechts einig. Das Projekt biete eine Alternative zum Vorplatz der Reitschule und zum Gaskessel. «Die Jugendlichen werden so in einem geschützten Rahmen auf das Nachtleben vorbereitet», sagte Fuat Köçer (SP).

Die Betriebsleitung des nicht kommerziellen Clubs wird durch den Verein Nägeligasse übernommen. Er hat das Konzept zusammen mit interessierten Jugendlichen erarbeitet. «Der Verein hat sich uns vorgestellt und durchs ganze Band überzeugt», sagte Milena Daphinoff (CVP). In der Aufbauphase des Clubs wird das Jugendamt die Trägerschaft übernehmen.

Schon Lärmklagen angedroht

Für Gesprächsstoff im Stadtrat sorgten potenzielle Lärmklagen aus der Nachbarschaft. Laut Thomas Berger (FDP) von der zuständigen Kommission haben sich Anwohner zum Teil schon gemeldet und angedroht, Lärmklagen bis vors Bundesgericht zu ziehen. «Dass man Jugendlichen verbieten will, zu tönen, ist komisch und widersinnig», verteidigte Manuel C. Widmer (GFL) die Jungen. Stadtrat Alexander Feuz (SVP) befürchtet trotzdem, dass sich das Projekt aufgrund der Klagen jahrelang verzögern könnte. Die Partei hätte ohnehin einen alternativen Standort wie beispielsweise die Grosse Schanze favorisiert, wie der SVP-Fraktionschef ausführte.

Stadtpräsident Alec von Graffenried zeigte Verständnis für die Anwohner und versprach, die Vorwände im Baubewilligungsverfahren genau zu prüfen und allfällig zusätzliche Lärmschutzmassnahmen zu ergreifen. Mit dem gesprochenen Baukredit ist schon eingeplant, punkto Schall- und Brandschutz aufzurüsten.

Mit den Umbauten will die Stadt voraussichtlich im Oktober beginnen. Bis im Mai 2018 sollen diese beendet und die Türen für die Jugendlichen geöffnet werden. Der Raum soll an den Wochenenden primär für Partys und Konzerte genutzt werden. Mit einer Überzeitbewilligung ist geplant, die Türen jeweils bis um fünf Uhr morgens offen zu lassen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Jugendlichen in einem sicheren Rahmen feiern und nach der Schliessung nicht in der Stadt weiterziehen. Unter der Woche und an Sonntagen stehen die Räumlichkeiten für weitere kulturelle Veranstaltungen, Kurse und als Buvette zur Verfügung. Der Club soll Raum für bis zu 450 Jugendliche schaffen.

SDA/chl

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