Berner Stadtrat genehmigt Millionen-Kredit für neues Rechenzentrum

Im März 2014 nimmt die Stadt Bern in Bümpliz ein neues Rechenzentrum in Betrieb. Der Stadtrat sprach am Donnerstag den nötigen Betrag.

Das Beer-Haus in Bümpliz.

Das Beer-Haus in Bümpliz.

(Bild: Google Streetview)

Das Stadtparlament hat am Donnerstag dem nötigen Investitionskredit von 4,51 Millionen Franken zugestimmt - allerdings mit kritischen Begleittönen.

Der Kredit selber war unbestritten und kam einstimmig durch. Doch Fraktionssprecherinnen und -sprecher von links bis rechts kritisierten den Zeitdruck, dem sich die Legislative bei diesem Geschäft ausgesetzt sah.

«Das sollte nicht zur Regel werden», mahnte Dolores Dana namens der FDP-Fraktion. Dem Stadtrat sei «das Messer an den Hals gesetzt» worden, befand auch SP-Sprecher Halua Pinto de Magalhães.

Grund für das Tempo sind die geplanten Sanierungsarbeiten im Verwaltungsgebäude an der Schwanengasse 14, dem heutigen Standort des städtischen Rechenzentrums.

Diese Arbeiten sollen im Frühling 2014 beginnen, danach hat das Rechenzentrum dort keinen Platz mehr. Es wird im Beer-Haus in Bümpliz neu aufgebaut, wo die Stadt 110 Verwaltungsarbeitsplätze konzentrieren will, darunter die städtischen Informatik-Dienste.

Verschiedene Votanten störten sich auch an fehlender Transparenz bei dem Informatik-Geschäft. Dieses sei sehr komplex, der Stadtrat hätte mehr Informationen gebraucht, befand Rania Bahnan Büechi namens der Fraktion GFL/EVP.

Stadt behält Kontrolle

Die Stadtregierung nahm die Kritik mit einem gewissen Verständnis entgegen. Wegen der Verknüpfung des Geschäfts mit Umzügen in der Stadtverwaltung habe aber auch der Gemeinderat keinen grossen zeitlichen Spielraum gehabt, sagte Finanzdirektor Alexandre Schmidt (FDP).

Mit dem freigegebenen Geld beschafft die Stadt nun die Informatik-Infrastruktur für das neue städtische Rechenzentrum. Den Grundsatzentscheid, ein eigenes Rechenzentrum zu behalten, hatte der Stadtrat bereits letzten November gefällt.

Kritiker hatten gefordert, das Rechenzentrum öffentlich auszuschreiben und von Privaten betreiben zu lassen. Das sei kostengünstiger. Doch die Ratsmehrheit entschied, das Rechenzentrum nicht aus der Hand zu geben. Die Stadt müsse die vollständige Kontrolle über ihre Daten behalten.

Ein ebenfalls geplantes Notfall-Rechenzentrum könnte jedoch tatsächlich extern betrieben werden. Über den entsprechenden Kredit wird der Stadtrat voraussichtlich Ende 2013 befinden.

hjo/sda

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