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Berner Literaturpreis geht an sieben namhafte Autoren

Der diesjährige Berner Literaturpreis geht an sieben, meist einem breiten Publikum bekannte Autoren. Je 8500 Franken Preisgeld erhalten Kurt Marti, Pedro Lenz, Guy Krneta, Erica Pedretti, Christoph Simon, Arno Camenisch und Romie Lie.

Der 89-jährige Theologe und Schriftsteller Kurt Marti hat während gut 40 Jahren regelmässig Kolumnen für die inzwischen eingestellte Zeitschrift «Reformatio» verfasst. Die nun in Buchform erschienenen, gesammelten Werke seien ein Glücksfall, heisst es in einer Mitteilung der bernischen Erziehungsdirektion.

Martis Kolumnen dokumentierten auf literarische und philosophische Weise ein Stück bewegter Zeitgeschichte. Martis pointierte Beobachtungen und Kommentare hätten im Laufe der Zeit nichts an Frische und Eindringlichkeit verloren.

Marti war von 1961 bis 1983 Pfarrer an der Berner Nydeggkirche. Er gehört zu den Gründern der entwicklungspolitischen «Erklärung von Bern».

Ein literarisches Schwergewicht ist auch Erica Pedretti, Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises. In «fremd genug» erzählt sie in einem autobiografischen Werk von den Stationen einer Lebensreise.

Mundartkünstler

Wie Marti als Kolumnist bekannt ist Guy Krneta. An seinem Werk gefiel der bernischen Literaturkommission insbesondere sein «lust- und kunstvoller Umgang mit verschiedenen Sprachformen in der Mundart».

Zur jüngeren Garde der Berner Literaten gehören Pedro Lenz, der jüngst mit seinem Roman «Der Goalie bin ig» von sich reden machte und Christoph Simon, mit seinem Roman «Spaziergänger Zbinden». Die beiden Autoren sind gelegentlich auch in der Poetry-Slam-Szene unterwegs.

Natur und Tradition

Arno Camenischs zweisprachiger Erstling «Sez Ner» erzählt auf deutsch und rätoromanisch von störrischem Vieh und eigensinnigen Bewohnern auf einer Bündner Alp. Camenisch schildert eine traditionell bäuerlichen Welt, die sich der Moderne nicht entziehen kann und auch nicht will.

In ihrem vierten Gedichtband durchstreift Romie Lie mit poetischem Blick die vier Jahreszeiten. Sie schildere die Natur in «spröder Schönheit und ohne idyllische Verklärung», heisst es in der Mitteilung weiter.

Der «Prix Trouvaille» geht an den Grafiker Marco Schibig für seine im Selbstverlag herausgegebene und nach Ansicht der Jury «wunderschön gestaltete» Geschichte «Eins bis Zehn - Zwei Kakadus, ein Kapitän».

Literatour 2010

Die Verleihung der literarischen Auszeichnungen bildet den Ausgangspunkt für eine Lesereihe der Preisträger in verschiedenen Regionen des Kantons Bern. Die acht Lesungen finden vom 13. bis 24. Oktober statt. Die Verleihung der Literaturpreise ist für den 15. Juni im Schlachthaus Theater in Bern vorgesehen.

SDA/sis

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