Zum Hauptinhalt springen

Berner Komitee kämpft gegen «Schnapsidee» Tram Region Bern

In der Stadt Bern hat sich ein Komitee gebildet, welches das Tram Region Bern verhindern will.

Ein Komitee sieht im Tram Region Bern wenig Sinn.
Ein Komitee sieht im Tram Region Bern wenig Sinn.
Adrian Moser

Am Freitag trat ein Komitee, das gegen die Tram Region Bern einsteht, erstmals an die Öffentlichkeit und bezeichnete das Projekt als «Schnapsidee» und als «Tram-Wahnsinn». Ein gut funktionierender öffentlicher Verkehr sei den Komitee-Mitgliedern wichtig, sagte ein Sprecher an einer Medienkonferenz neben der Bernmobil-Bushaltestelle Viktoriaplatz. Das Komitee sei nicht gegen Trams.

Das 495-Millionen-Franken-Projekt Tram Region Bern diene aber in erster Linie dem Siedlungswachstum in Ostermundigen und Köniz. Mit dem Bau der neuen Tramlinie werde so die Trennung von Arbeiten und Wohnen weiter zementiert. Die Stadtberner profitierten nicht.

Das Komitee findet auch, die wahren Kosten für das Tramprojekt seien viel höher als von den Behörden angegeben: Zu den 495 Millionen Franken müssten rund 200 Millionen für den Ausbau des Tramdepots Bolligenstrasse, den Bau des ÖV-Umsteigeknotens Ostermundigen und die zweite Tramachse in Berns Innenstadt dazugezählt werden. Dieses Geld fehle dann anderswo.

Zweifel an Platz

Es sei auch falsch zu sagen, das Tram Region Bern verschaffe den Passagieren mehr Platz: Wegen der geringeren Frequenz der Trams im Vergleich zu den Bussen sinke die Kapazität des öffentlichen Verkehrs auf der Linie 10. Besser wäre der Einsatz von Doppelgelenkbussen.

Das Tram Region Bern soll den heutigen Bernmobil-Bus Nummer 10 von Schliern bei Köniz zur Rüti Ostermundigen ersetzen. Die Gemeinderäte von Ostermundigen, Köniz und Bern, der Berner Regierungsrat und Bernmobil sagen, nur mit dem Tram lasse sich das prognostizierte Bevölkerungs- und Verkehrswachstum auffangen.

Regionale Vernetzung geplant

Gegründet wurde das Berner Komitee Ende April von neun Personen; heute umfasst die Adressekartei laut dem Sprecher 46 Personen. Die Beweggründe für deren Engagement seien ganz unterschiedlich, hiess es. Namentlich in Erscheinung traten am Freitag der Biologe und Wissenschaftsjournalist Hans-Martin Bürki-Spycher, der Soziologe Markus Flück, aktiv bei der Bewegung Décroissance Bern, und die Berner Yogalehrerin Therese Matter. Sie wies darauf hin, dass dem Tram an der Berner Viktoria-Allee etliche Bäume weichen müssen.

Alle Komitee-Mitglieder wohnen in der Stadt Bern und sind laut Bürki parteilos. Letzterer kündigte an, in ein paar Wochen werde es ein regionales Komitee gegen das Tram Region Bern geben. Bereits eine Tram-Region-Bern-skeptische Gruppierung gibt es mit der «IG Verkehr Köniz» in der Gemeinde Köniz.

Voraussichtlich Ende September stimmt in den drei Gemeinden Bern, Ostermundigen und Köniz das Volk über die Ausführungskredite ab, sofern auch in Köniz und Bern die Ortsparlamente Ja sagen. In Ostermundigen genehmigte am Donnerstagabend das Lokalparlament den Baukredit für den Ast Ostermundigen klar.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch