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Insel-Manager geben sich zufrieden – und üben Kritik

Insel-Gruppe mit gutem Jahresergebnis – trotz schwieriger Rahmenbedingungen.

Der Bettenturm des Inselspitals.
Der Bettenturm des Inselspitals.
Valérie Chételat

Richtig zufrieden klingt anders: An der Medienkonferenz der Insel-Gruppe AG zum Jahresergebnis 2016 unterstrichen die Spitalchefs am Mittwoch zwar den Erfolg. Der Konzerngewinn beträgt 21,2 Millionen Franken – bei einem Betriebsaufwand von 1,480 Milliarden Franken. Dieser Gewinn liegt im Rahmen des Vorjahres, wobei das Ergebnis 2015 durch einen Sondereffekt wegen Tarifrückstellungen auf minus 23,7 Millionen Franken gedrückt worden war.

Zufrieden gaben sich die Chefs auch mit den Fallzahlen: Sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich sei Wachstum zu verzeichnen. 2016 wurden in den Spitälern der Insel-Gruppe im stationären Bereich insgesamt 1,4 Prozent mehr Patientinnen und Patienten behandelt als 2015. Die ambulanten Leistungen sind um 8,2 Prozent gestiegen.

Aber bereits hier wurde es an der Medienkonferenz etwas kompliziert: Da die Insel-Gruppe – der Zusammenschluss des Universitätsspitals Insel mit den kantonalen Spitälern der ehemaligen Spital-Netz Bern AG – erst seit dem 1. Januar 2016 operativ ist, kann das erste volle Betriebsjahr nicht so einfach mit früheren Ergebnissen verglichen werden. Einen grossen Einfluss auf die Statistik hatte etwa die Schliessung des Zieglerspitals im August 2015. Das führte 2016 zu einem beträchtlichen Rückgang der Patientenzahlen von 6,9 Prozent. Nachdem der Einfluss dieser Schliessung aber «bereinigt» worden sei, wie es in den Unterlagen heisst, resultierte für die übrigen Standorte Tiefenau (Stadtspital), Aarberg, Münsingen, Riggisberg und Belp ein Wachstum von 3,9 Prozent.

Problemspital Münsingen?

Klar wurde am Mittwoch, dass es an den übrigen Standorten nicht überall gleich rund läuft. So hob Holger Baumann, Vorsitzender der Geschäftsleitung, positive Entwicklungen in Riggisberg und Aarberg hervor. Mit der neuen Notaufnahme in Aarberg und der Neurologischen Rehabilitation in Riggisberg habe man den beiden Standorten ein Profil geben können. Das «ehemalige Sorgenkind Riggisberg» befinde sich auf einem guten Weg, sagte er und sprach von deutlichen Leistungssteigerungen.

Das Tiefenauspital, das neu gebaut wird und sich laut Baumann in einem «hochkompetitiven Umfeld» behaupten muss, verzeichnet gar die grösste akut-stationäre Fallzunahme (10,7 Prozent). Anders sieht es in Münsingen aus. Das Resultat der übrigen Landspitäler werde durch einen Rückgang in Münsingen «belastet», sagte Baumann. Das Spital liege zu nahe bei Thun – und auch zu nahe bei Bern. Mit «Entwicklungsprojekten» für diesen Standort und einer Neupositionierung des Standorts Belp soll das Angebot der ganzen Gruppe «geschärft» werden, sagte er.

«Die Entwicklung ist gefährlich»

Grundlegende Systemkritik brachte schliesslich Joseph Rohrer, Präsident des Verwaltungsrats der Inselspital-Stiftung, zum Ausdruck. Auch er sprach zwar von einem erfolgreichen Jahr und einem «gelungenen Neubeginn» der Gruppe. Doch recht heftig kritisierte er die Politik bei der Festsetzung der Tarife im stationären Bereich. «Diese Entwicklung ist für uns gefährlich.» Anders als in Bern würden in anderen Kantonen die Beträge, die für einen bestimmten Fall bezahlt würden, quersubventioniert. Hier müsse es Lösungen geben. Zusammen mit Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg habe man Verhandlungen mit den Versicherern aufgenommen. Hier brauche es griffige Antworten.

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