Berner Gaskessel bleibt, wo er ist

Der Berner Gemeinderat sieht von einer Verschiebung des Jugendzentrums ab. Die Betreiber loben die Zusammenarbeit mit der Stadt.

Der Gaskessel wird auch weiterhin am jetzigen Standort betrieben werden.

Der Gaskessel wird auch weiterhin am jetzigen Standort betrieben werden.

(Bild: Adrian Moser)

Seit Ende 2016 war die Zukunft des Gaskessels ungewiss. Dann hat der Berner Gemeinderat eine Prüfung zur Verschiebung des Jugendzentrums innerhalb des Gaswerkareals in Auftrag gegeben. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen. «Der Gaskessel bleibt», teilt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung von Dienstagmorgen mit. Damit folgt er der Empfehlung des nun vorliegenden Schlussberichts.

Der Gemeinderat sieht in einer Verschiebung des Gebäudes keine Vorteile. «Alternativ geprüfte Standorte wären bezüglich Lärm und einer möglichst konfliktfreien Nachbarschaft ähnlich anspruchsvoll», heisst es in der Mitteilung. Auch die Gaskessel-Betreiber hatten ihre Zweifel über einen neuen Standort. Sie seien überzeugt, dass die über Jahre etablierte Identität an einem anderen Ort verloren gehen würde.

Auf dem Gaswerkareal ist eine Überbauung mit grossem Wohnanteil geplant. Die Stadt will die Industriebrache in ein pulsierendes Quartier mit Fläche für Wohnen, Gewerbe und Kultur umwandeln. Zudem soll auch öffentlicher Freiraum entstehen.

Damit Ärger mit der künftigen Nachbarschaft vorgebeugt werden kann, soll das Jugendzentrum saniert werden.

Offener Dialog

Für die Betreiber des Gaskessels ist der Entscheid des Gemeinderats ein signifikanter Sieg. Sie hatten von Beginn an argumentiert, dass der Betrieb des Jugendzentrums nur am bestehenden Standort Sinn mache.

«Zu Beginn war ich schon etwas bange darüber, mit all diesen Leuten zu verhandeln, die noch nie im Gaskessel gewesen waren», sagt Vorstandsmitglied Lena Käsermann. Der Dialog mit der Stadt sei jedoch sehr offen gewesen. «Der Informationsfluss war immer transparent.» Man habe genug Zeit erhalten, um die Rahmenbedingungen an anderen Standorten zu prüfen und die besten Lösungen zu finden.

Dass der jetzige Standort für die Identität des Gaskessels tragend sei, sei schliesslich auch dem Gemeinderat klar geworden. «Das ist nicht einfach ein Jugendzentrum, sondern der Gaskessel, er lebt von diesem Standort mit Freiraum und kann nicht einfach gezügelt werden», sagt Käsermann. «Diese Argumente haben denn auch die Stadt überzeugt.»

Die weitere Planung der Überbauung wird auch in Zusammenarbeit mit den Gaskessel-Betreibern stattfinden. Käsermann wünscht sich Nachbaren, die die Nähe zum Jugendzentrum schätzen werden – und die mit gelegentlichem Lärm leben können. «Es muss ein Bewusstsein geben, dass es hier laut sein kann und dass hier Kultur gemacht wird», sagt sie. «Eigentumswohnungen für Rentner wären sicher eine weniger gute Idee als Studentenunterkünfte.»

mer/mck

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