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Berner Film für Oscar nominiert

Der Kurzfilm «Auf der Strecke» des 37-jährigen Berner Filmemachers Reto Caffi ist für einen Oscar nominiert. Der erfolgreichste Schweizer Kurzfilm aller Zeiten ist ohne Unterstützung des Bundes entstanden.

Das halbstündige Werk ist weltweit einer der erfolgreichsten Kurzfilme. Er gewann letztes Jahr zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, so auch den Schweizer Filmpreis und den Studenten-Oscar.

Im Zentrum der Handlung steht ein Kaufhausdetektiv, der sich in eine Verkäuferin verliebt. Unfähig, ihr seine Zuneigung zu zeigen, beobachtet er sie heimlich. Als er Zeuge einer Gewalttat wird, die Jugendliche an einem möglichen Nebenbuhler verüben, greift er nicht ein – mit fatalen Folgen. Dieses Erlebnis und die quälenden Fragen der Schuld lassen die Hauptfigur nicht mehr los. Sein bisheriges Leben bricht zusammen.

In typisch europäischen und realistischen Bildern inszeniert Caffi Fragen, die den Zuschauer zum Nachdenken zwingen: Wie verhalten wir uns im Fall der Fälle? Wie gehen wir mit Schuld um? Gleichzeitig kratzt die packende Geschichte von Schuld, Zivilcourage und Liebe an der Seele des Protoagonisten, hervorragend gespielt von Roeland Wiesnekker.

Bezeichnenderweise hielt der Bund das Filmprojekt für nicht unterstützungswürdig, als Caffi es im Jahr 2007 einreichte. Als der Filmemacher sein Werk im selben Jahr in Locarno für das Kurzfilmprogramm des Filmfestivals einreichte, bekam er ebenfalls eine Absage. Eine klare Fehlentscheidung. Bis heute dürfte «Auf der Strecke» auch ohne Oscar der wohl erfolgreichste Schweizer Kurzfilm aller Zeiten sein.

Die Oscars werden am 22. Februar im Kodak Theatre in Los Angeles überreicht. Moderiert wird die Veranstaltung von Hugh Jackman.

SDA/el

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