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Berner Fasnacht: Endlich mal die Sau rauslassen?

Adrian Iten, Nachtlebenaktivist, will nicht auf Kommando herumlärmen. Um Lärm gehe es gar nicht, meint Daniel Graf, Präsident des Berner Fasnachtsvereins. Ein Streitgespräch.

Flurin Jecker
Adrian Iten (links) will nicht recht glauben, was Daniel Graf beteuert: «Die Fasnacht ist keine Party.»
Adrian Iten (links) will nicht recht glauben, was Daniel Graf beteuert: «Die Fasnacht ist keine Party.»
Adrian Moser

Adrian Iten, in Ihrem Lokal Adriano’s herrscht ab Donnerstag, wenn die Berner Fasnacht beginnt, «guggenfreie Zone». Warum?

Adrian Iten:Meine Abneigung gegenüber der Fasnacht hat mit der Grundidee dieses Festes zu tun. Der Klerus gab dem Pöbel früher drei Tage, um die Sau rauszulassen. An den restlichen 362 Tagen konnte das Volk dann wieder unterdrückt werden. Das hat sich bis heute kaum geändert. Daniel Graf: Die Berner Fasnacht hat doch mit der Unterdrückung durch den Klerus nichts mehr zu tun!Adrian Iten: Die Idee, dass der Staat vorschreibt, wann gefeiert werden darf, ist aber immer noch dieselbe. Viele Fasnächtler sind auch heute das ganze Jahr über brav, um dann an der Fasnacht drei Tage lang den Frauen das Röckchen zu lupfen. Daniel Graf:Das sind aber nicht richtige Fasnächtler. Uns geht es um Kostüme, um Musik und ums Schunkeln in der Altstadt. Die Kampftrinker und Vandalen schaden der Fasnacht. Wir würden uns alle wünschen, dass die Altstadt nur für uns Fasnächtler abgesperrt wäre.

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