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Bernaqua schikaniert Angestellte

Im Erlebnisbad Bernaqua herrscht dicke Luft: Angestellte berichten im Kassensturz über ein unzumutbares Arbeitsklima. Die Gewerkschaft Unia hat die Migros bereits angezeigt.

Für Mitarbeitende ist das Bernaqua laut einem Bericht der Sendung Kassensturz alles andere als ein Ort der Erholung.
Für Mitarbeitende ist das Bernaqua laut einem Bericht der Sendung Kassensturz alles andere als ein Ort der Erholung.
Manu Friederich

Erleben, entspannen, Energie tanken: Das steht laut der Bernaqua-Homepage beim Erlebnisbad ganz im Zentrum. Für viele der 140 Mitarbeitenden ist die Anlage im Westen Berns aber mit negativen Erlebnissen verbunden. In der Sendung vom Dienstagabend berichtete der Kassensturz über Missstände im Erlebnisbad einer Migros-Tochter.

Verwarnungen bei Kleinigkeiten

Ursache der Problematik seien die vielen Krankheitstage des Bernaqua-Personals. Ein internes Dokument, welches dem Kassensturz vorliege, zeige, dass der Leiter des Bades bei diesem Thema ehrgeizige Ziele verfolgt: Die Krankheitstage sollen auf einen Viertel reduziert werden. Eine interne Weisung lautet: «Jeder Mitarbeiter ist 2012 höchstens eine Woche krank». Um dieses Ziel zu erreichen, wurde der Druck auf die Angestellten erhöht, das Personal bereits bei Kleinigkeiten verwarnt.

Ehemalige Mitarbeiter werfen den Betreibern vor, Arztzeugnisse bereits am ersten Krankheitstag verlangt zu haben. Dies, obschon im Personalreglement, das den Gesamtarbeitsvertrag ergänzt, im Normalfall der dritte Krankheits- oder Unfalltag verankert ist, berichtet der Kassensturz.

Wortkarge Migros

Die Gewerkschaft Unia ortet das Problem bei der Führung und nicht bei den Angestellten. «Die Mitarbeitenden werden pauschal verdächtigt», lässt sich Barbara Rimml in der Sendung zitieren. In Bernaqua gebe es vielmehr ein Führungsproblem. Die Unia hat derweil bereits Anzeige erstattet: Fehlende Nachtzuschläge, kurzfristig geänderte Arbeitspläne und gesundheitsgefährdender Umgang mit dem Personal werden angeprangert. Die Unia wirft Bernaqua zudem «missbräuchliche Kündigungen» vor, sowie Krankheitstage als Minusstunden erfasst zu haben.

Die Migros gibt sich in der Sendung Kassensturz aber wortkarg: Sie räume Fehler von Vorgestellten und Mitarbeitenden ein, heisst es. Notwendige Massnahmen seien bereits getroffen worden. Konkreter wird es nicht. Immerhin: Wie der Kassensturz berichtet, arbeitet eine Umstrittene Vorgesetzte bereits nicht mehr im Bad. Zudem habe die Migros in einem internen Papier festgehalten, dass ein Arztzeugnis nur in Ausnahmefällen bereits ab dem ersten Krankheitstag vorzuweisen sei.

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