Bern will tanzen

Die Stadt Bern setzt in ihrer Kulturförderung den Schwerpunkt auf den zeitgenössischen Tanz. Deshalb erhält die Dampfzentrale mehr Mittel.

Die Berner Tanzszene sei sehr aktiv und vielfältig, findet die Stadt und will ihr deshalb mehr Geld zusprechen: Aufführung in der Dampfzentrale. (Archiv)

Die Berner Tanzszene sei sehr aktiv und vielfältig, findet die Stadt und will ihr deshalb mehr Geld zusprechen: Aufführung in der Dampfzentrale. (Archiv) Bild: Michael Schneeberger

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Die Stadt Bern möchte in den nächsten Jahren den zeitgenössischen Tanz fördern. Das teilte der Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) und die Kultursekretärin Veronica Schaller gestern bei der Präsentation der Vierjahresplanung der Kulturförderung für die Jahre 2020 bis 2023 mit. In diesen Jahren will die Stadt Bern 2,3 Millionen Franken mehr in die Kulturförderung investieren. In der aktuellen Vierjahresperiode unterstützt die Stadt die hiesigen Kulturinstitutionen mit rund 32 Millionen Franken.

Als Schwerpunkt für die neue Periode hat die Abteilung Kulturelles den Tanz, die Digitalisierung und die kulturelle Teilhabe definiert. Warum aber ausgerechnet den zeitgenössischen Tanz? Es gebe in der Stadt eine sehr aktive und vielfältige Tanzszene, die es vermehrt zu fördern gebe, erklärt von Graffenried. Doch die ansässigen Tänzer hätten nur sehr beschränkte Auftrittsmöglichkeiten und daher auch eine schlechte Sichtbarkeit beim Publikum.

Denkmalschutz findet Schallschutzmauer kritisch

Nun sollen die Tänzerinnen und Tänzer mehr Möglichkeiten erhalten, um aufzutreten. Besonders die Berner Dampfzentrale wird in die Pflicht genommen, und soll mehr Tanzstücke an die hiesigen Künstler vergeben. Dafür bekommt die Institution künftig mehr Geld aus dem Subventionstopf. Ab nächstem Jahr soll die «Dampfere» – vorausgesetzt das Stimmvolk winkt den Leistungsvertrag durch – 300000 Franken mehr an Subventionen erhalten. Damit bekommt die Dampfzentrale knapp 2,5 Millionen Franken von der Stadt. «Wir möchten mit der Aufstockung auch mehr Programm bieten», sagt Anneli Binder, Geschäftsführerin der Dampfzentrale. Es sei ihr Ziel, künftig noch mehr Premieren und Co-Produktionen ins Programm aufzunehmen, sagt sie. Vorstellen könnte sich Binder aber auch etwa vermehrt öffentliche Proben oder niederschwellige Veranstaltungen im Foyer. Bei der Stadt wünscht man sich zudem, dass das Festival «Tanz in Bern» aufgewertet und noch mehr «Festival-Charakter» erhalten soll. Denn ein solches Festival passe sehr zu Bern, findet von Graffenried. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen aber nicht nur heimisches, sondern vermehrt auch internationale Produktionen nach Bern geholt werden.

In einer Sache sind sich die Stadt und die Dampfzentrale einig: Es sollen mehr Veranstaltungen in der Kulturinstitution im Marzili stattfinden. Doch damit das Haus besser genutzt werden kann, wünscht man sich dort schon seit einiger Zeit eine Schallschutzmauer zwischen dem Turbinensaal und dem Kesselhaus. Denn die parallele Nutzung der beiden nebeneinanderliegenden Räumen ist heute aus Schallschutzgründen kaum möglich, heisst es bei der «Dampfere». Dass weiss man beim Amt für Kultur, doch ist dieses Amt nicht für den Unterhalt des Gebäudes zuständig. «Wir sind mit der zuständigen Direktion in Kontakt», sagt Ernst Jäggli, Betriebsleiter der Dampfzentrale. Noch ist nicht klar, ob die Wand aus denkmalschützerischen Gründen überhaupt eingebaut werden darf.

Hilfe bei Auftritten ausserhalb Berns

Auch in weiteren Bereichen will man die Tänzer vermehrt unterstützen. So bemängelt der Verein der Berner Tanzschaffenden Beta schon lange, dass es den freien Künstlern an Proberäumen fehle. Nun will die Stadt den Künstlerinnen und Künstlern beim Finden und Mieten von Proberäumen helfen, schreibt die Stadt in der Vierjahresplanung. (Der Bund)

Erstellt: 06.12.2018, 22:01 Uhr

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