Stadt will auch den Helvetiaplatz erneuern

Bern will die Museen im Kirchenfeld verbinden und damit eine «Museumsinsel» nach Berliner Vorbild schaffen. Zusätzlich soll der Helvetiaplatz hübscher werden.

Das Museum für Kommunikation (links) wird heute von einem Parkplatz vom Historischen Museum (rechts) getrennt.

Das Museum für Kommunikation (links) wird heute von einem Parkplatz vom Historischen Museum (rechts) getrennt.

(Bild: Google Street View)

Adrian M. Moser@AdrianMMoser

Mehrere Berner Behörden wollen erörtern, wie das Berner Museumsquartier im Kirchenfeld attraktiver gestaltet werden kann. Der Kanton, die Stadt und die Burgergemeinde haben beschlossen, eine Konzeptstudie dazu in Auftrag zu geben, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Das Gebiet südlich der Kirchenfeldbrücke biete die Chance, eine «kulturell, touristisch und städtebaulich attraktive ‹Museumsinsel› zu entwickeln, welche das Zusammenwirken aller dort angesiedelten Institutionen fördert».

Der Begriff «Museumsinsel» ist eine Anspielung auf Berlin, wo tatsächlich mehrere bedeutende Museen auf einer Insel untergebracht sind. Die Studie soll im Besonderen aufzeigen, wie die Freifläche zwischen dem Museum für Kommunikation, dem Naturhistorischen Museum und dem Historischen Museum besser genutzt werden könnte. Auslöser für die Studie ist die Tatsache, dass das Historische Museum neuen Raum braucht, um seine Sammlung zu lagern, wie Projektleiter Christophe von Werdt auf Anfrage sagt. Würde dafür im Freiraum zwischen den Museen einfach ein Zweckbau errichtet, könnte dieser später im Weg stehen, wenn es darum geht, die Institutionen untereinander zu verbinden.

Diese Idee wird seit langem immer wieder geäussert, bisher ist es aber dabei geblieben, dass die Museen alle eigene, weit voneinander entfernte Eingänge haben. «Wann, wenn nicht jetzt, ist der richtige Moment, um einen Gesamtblick auf diesen Raum zu werfen», fragt von Werdt. Um konkrete Ideen zu skizzieren, sei es noch zu früh, sagt er. Aber es sei klar, dass es auch um Infrastruktur gehen werde, die alle Museen bräuchten: Verbindungswege zwischen den Gebäuden, Lagerraum, Restaurant, Shop, Vortragsräume und Ähnliches.

Neben den drei genannten sollen weitere Museen in die Studie einbezogen werden: Das Alpine Museum, die Kunsthalle, das Schützenmuseum und das Yehudi Menuhin Forum. Damit umfasst das Gebiet der Studie auch den Helvetiaplatz. Dieser wird darin als «Eingangstor» zur «Museumsinsel» zwar eine Rolle spielen. Es wird zum Helvetiaplatz aber noch ein separates Projekt geben.

Vor zwei Jahren haben sich die Direktoren mehrerer Museen zu Wort gemeldet und die Unwirtlichkeit des Platzes beklagt. «Der Platz ist tot und abweisend», sagte etwa Jacqueline Strauss, die Direktorin des Museums für Kommunikation, und wünschte sich stattdessen «einen Platz mit Empfangs- und Verweilqualitäten». Der Verein «Läbigi Stadt» präsentierte Visualisierungen eines Platzes mit viel Grün und einem Strassencafé. «Wir werden bald auch zum Helvetiaplatz eine Planung lancieren», sagt nun Stadtpräsident Alec von Graffenried. Er dämpft allerdings sogleich die Erwartungen: «Der Helvetiaplatz wird ein Verkehrsknotenpunkt bleiben.» Der Raum für andere Nutzungen sei dort begrenzt. Die Fläche zwischen den drei grossen Museen habe dafür deutlich mehr Potenzial.

Nun sollen externe Planer damit beauftragt werden, die Konzeptstudie zu verfassen. Laut Projektleiter von Werdt wird das Resultat frühestens im Sommer 2018 vorliegen. Die Kosten dafür sollen rund 200'000 Franken betragen.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt