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«Bern ist die linksgrünste Stadt»

Die Mitte-Parteien im Berner Stadtrat füllten ein Vakuum aus, in dem mehrere Parteien Platz hätten, sagt Politologe Hans Hirter. Die bürgerliche Einheitsliste für die Gemeinderatswahlen komme kaum zustande.

Patricia Götti, Bernhard Ott
«Hätten wir einen starken Freisinn, könnte der Erfolg der Mitte-Parteien eine Eintagsfliege sein»: Hans Hirter. (Valérie Chételat)
«Hätten wir einen starken Freisinn, könnte der Erfolg der Mitte-Parteien eine Eintagsfliege sein»: Hans Hirter. (Valérie Chételat)

Herr Hirter, nach den Wahlen 2008 in der Stadt Bern sprachen die Präsidenten der Mitte-Parteien von einem Ende der Polarisierung im Stadtrat – ist diese Vorhersage eingetroffen?

Die Vorhersage ist insofern nicht eingetroffen, als die Mitte nicht bestimmt, was läuft. Aber es ist zu einer gewissen Aufweichung der Fronten gekommen – die GFL hat jetzt die Möglichkeit, mit den gemässigteren Kräften aus Grünliberalen oder BDP zusammenzuspannen. Es ist für sie einfacher geworden, in gewissen Sachfragen weniger bündnistreu zu sein, weil sie damit nicht gleich vollständig die Seite wechseln muss. Früher war es so, dass, wer nicht mit links stimmte, automatisch zu rechts gehörte. Der Berner Stadtrat ist somit eindeutig flexibler geworden. Das liegt zudem aber auch an den Themen dieser Legislatur, die weniger stark polarisieren. So bilden sich auch keine so klaren Blöcke wie in der Legislatur zuvor, die von klar polarisierenden Debatten wie derjenigen um den Sozialhilfemissbrauch dominiert wurde.

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