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«BEmotion» löst wenig Gegenliebe aus

Nun ist der Architekturwettbewerb für das neue Messegebäude der Bernexpo-Gruppe entschieden, das 2022 am Guisanplatz entstehen soll. Dass Kanton und Stadt mitzahlen sollen, wird nicht überall verstanden.

Bemotion Base oder doch Toblerone-Halle? Noch hat das Gebäude keinen definitiven Namen.
Bemotion Base oder doch Toblerone-Halle? Noch hat das Gebäude keinen definitiven Namen.
zvg

Konzerte, Sportanlässe und Generalversammlungen sollen in Bern ab dem Jahr 2022 ein neues Zuhause haben. Denn wo heute die Festhalle steht, könnte dereinst das neue Kongresszentrum mit dem provisorischen Namen «BEmotion Base» stehen. Gestern gab die Bernexpo-Gruppe bekannt, wer den Architekturwettbewerb gewonnen hat: Es sind die beiden Berner Architekturbüros Matti Ragaz Hitz und IAAG Architekten.

Für 80 Millionen Franken sollen eine Multifunktionshalle und ein Kongresszentrum entstehen (siehe Box unten). Mitfinanziert werden soll der Bau am Guisanplatz von Stadt und Kanton. Geplant ist, dass sie je 15 Millionen Franken an das Projekt beisteuern; auch die Burgergemeinde will sich finanziell beteiligen. Die Berner Stimmberechtigten werden voraussichtlich im November 2019 über den Kredit und die Überbauungsordnung abstimmen. «Ich habe den Kontakt zur Politik bereits gesucht und bin zuversichtlich, dass das Stimmvolk Ja sagt zur ‹BEmotion Base›», sagt Franziska von Weissenfluh, Verwaltungsratspräsidentin der Bernexpo-Gruppe.

15 Millionen von der Stadt Bern?

Nicht ganz so guter Dinge sind einige Stadtberner Politiker. Stadtrat Luzius Theiler (GaP) hat insbesondere kein Verständnis dafür, dass das Projekt Geld der öffentlichen Hand beansprucht. «Ich glaube nicht, dass es in der Bevölkerung genügend Goodwill gibt, um eine Eventhalle für rein gewinnorientierte Veranstalter und für Banken-Generalversammlungen mit öffentlichen Geldern zu unterstützen.» Er zweifelt überhaupt an der Notwendigkeit des Baus: «Für grosse Konzerte gibt es bereits das Stade de Suisse, da braucht es nicht eine weitere solche Halle», sagt Theiler.

Diese Kritik will der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) nicht gelten lassen: Die Halle sei ein wichtiger Meilenstein für Bern und ein langjähriges Ziel des Gemeinderates, dort fänden dereinst auch volksnahe Anlässe wie die BEA-Frühlingsmesse statt. Ihm wäre es ebenfalls lieber, wenn Bernexpo den Bau selber finanzieren könnte, räumt er unumwunden ein. «Dennoch zahlen wir einen viel tieferen Preis als viele andere Schweizer Städte für ihre Messegelände».

Es bestehe durchaus ein Bedürfnis nach einer neuen Eventhalle, sagt Alexander Feuz, Chef der SVP-Stadtratsfraktion. Aber auch er findet es «heikel», dass der Konferenzsaal von der Stadt mitfinanziert werden soll. «Man wird das Geschäft genau anschauen müssen», sagt er. Heikel findet er vor allem, dass die subventionierte Halle private Anbieter wie beispielsweise den Kursaal konkurrenzieren würde.

Nicht jeder Name kommt infrage

«BEmotion Base»: Diese Bezeichnung für das neue Gebäude, neben dem künftig das BEA-Riesenrad stehen würde, ist nicht in Stein gemeisselt: Wenn jemand für den Namen ein Sponsoring eingehen wolle, sei man nicht abgeneigt – ausser es wäre ein Alkoholika-Hersteller, sagt Franziska von Weissenfluh.

In der Halle sollen dereinst 9000 Zuschauer Platz finden, im Kongresshaus mit begrüntem Innenhof deren 1200. «Das Siegerprojekt schafft es auf überraschend einfache Weise, eine ausserordentliche Flexibilität zu schaffen», sagt von Weissenfluh, die das Preisgericht präsidiert hatte. Darum könnten dereinst unterschiedliche Veranstaltungen wie Generalversammlungen oder Live-Fernsehsendungen in der Halle durchgeführt werden. Noch habe die Kunden-Akquise nicht begonnen, sagt von Weissenfluh, sie habe auch noch keine Wunsch-Kunden, die sie in der neuen Halle begrüssen möchte.

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