Zwischenfazit im Stadttheater

Die zweite Umbauphase bringt vorerst keinen zusätzlichen Komfort für die Besucher des Berner Stadttheaters. Die Bauarbeiten fanden hinter den Kulissen statt.

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Noch gibt die Arie mit dem Lärm der Bohrer ein Duett. Während die Sänger für die anstehende Saison proben, stehen Bauarbeiter im Einsatz, um die diesjährige Sanierungsetappe des Stadttheaters rechtzeitig auf den 30. September abzuschliessen. Am Dienstag wurden die Medien über den Stand der zweiten Bauetappe informiert. Bei der Besichtigung wird klar: Für die Zuschauer ändert sich vorerst nur wenig. Sie werden auch bei den kommenden Vorstellungen wenig Beinfreiheit haben. Zudem werden in der neuen Spielzeit weiterhin keine Darsteller über die Bühne fliegen. Das wird erst nach der Sanierung der Obermaschinerie nach der dritten Bauphase möglich sein.

Dagegen wurde der Eingangsbereich neu gestaltet: Hinter den hölzernen Eingangstüren wurden Glastüren eingebaut. So können die schweren Holztüren geöffnet bleiben und das Licht des Theaterinnern kann auf den Kornhausplatz scheinen. Zudem verschwand die mittlere Treppe im Eingangsbereich, sie machte einem Kassentresen Platz, an dem künftig Tickets gekauft werden können. Weiter wurden im Eingangsbereich die steinernen Donatorentafeln abgenommen, an ihrer Stelle werden moderne Bildschirme angebracht.

Eine weitere sichtbare Neuerung im Konzerthaus: Im dritten Stock entstand in den letzten Monaten ein neuer Raum. Dieser wird als Foyer der Mansarde dienen. «Dafür haben wir die bisher dort installierte Lüftungsanlage angehoben und 25 wenig attraktive Sitzplätze im dritten Rang aufgehoben», sagte der Stadtbaumeister Thomas Pfluger.

Falsche Teile montiert

Weitere Arbeiten, die ausgeführt wurden, bleiben dem Zuschauer verborgen. So wurde die gesamte Haustechnik im Untergeschoss neu installiert. Zahlreiche Arbeiter waren am Dienstag noch damit beschäftigt, die Bühnentechnik zu montieren.

Ebenfalls neu sind der Bühnenboden und die gesamte Untermaschinerie. Mit tonnenschweren Prüfgewichten aus Backsteinen testeten gestern die Techniker die Belastbarkeit der versenkbaren Bühne. «Dank der Renovation der Untermaschine kann man in der kommenden Spielzeit wieder Podien fahren», so Pfluger. Das bedeutet, dass künftig Kulissenteile oder Darsteller von unten auftreten können. Doch nicht alles hat geklappt in der zweiten Bauphase: «Für die Hebevorrichtung der Bühne wurden falsche Teile geliefert, welche vor dem Saisonstart nicht mehr ausgetauscht werden können», so Pfluger. Bis sie in der nächsten Bauphase ersetzt werden, dienen Elektrokettenzüge als Übergangslösung.

Budget bisher eingehalten

Der Stadtbaumeister sieht zufrieden auf die zweite Bauphase zurück, erinnert aber: «Die grösste Projektherausforderung liegt noch vor uns.» Er meint damit die dritte Bauphase, welche den Umbau des Theatersaals und die Erneuerung der Bestuhlung beinhaltet (siehe Kasten). Bisher hielten sich die Kosten im geplanten Rahmen. Man habe sogar etwas Geld als Reserve zurücklegen können. «Es freut mich, dass die Arbeiten gut verlaufen», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Er sei froh, dass die kantonalen Gelder für das Stadttheater auch im nächsten Jahr zur Verfügung stünden. «Das stimmt uns zuversichtlich und ist für das Gesamtprojekt von immenser Bedeutung.» (Der Bund)

Erstellt: 22.09.2015, 11:31 Uhr

So gehen die Bauarbeiten weiter

Im März 2016 beginnt die dritte Bauphase im Stadttheater Bern. Dann wird die Sanierung des Theatersaals mit der Podesterie und der neuen Bestuhlung in Angriff genommen. Ebenfalls erneuert werden in dieser Zeit die Zuschauergarderobe und das Foyer im ersten Obergeschoss. Ausserdem wird an der Bühnentechnik weitergearbeitet und im Untergeschoss wird ein neues Tonstudio eingebaut.


Die dritte Bauetappe soll bis Ende Oktober 2016 dauern und rund 16 Millionen Franken kosten. Danach sollten die wichtigsten Teile der Infrastruktur fertiggestellt sein, so dass Konzert Theater Bern ab der Saison 2016/17 im neuen Theatersaal spielen kann.


Während der nächsten Bauphase werden die Vorstellungen in der provisorischen Spielstätte, dem Theaterkubus auf dem Waisenhausplatz, stattfinden. Mehr als 70 Vorstellungen aller Sparten werden dort gezeigt. Die Eröffnung der Ersatzspielstätte ist auf den 20. März 2016 angesetzt.



2017 letzte Arbeiten am Theater

Zusätzlich entsteht in der dritten Bauphase in den Räumen der Alten Kornhauspost, die bislang Bern Billett beherbergte, ein öffentliches Theatercafé.


2017 soll dann die vorerst letzte Umbauphase am Stadttheater stattfinden. Von Mai bis August werden letzte Arbeiten am Bühnenvorderhaus sowie dem Backstage-Bereich vorgenommen. Für die komplette Renovation des Hauses wurden 43,3 Millionen Franken budgetiert.

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