Bau von City-Golf-Anlagen war voreilig

Seit vier Monaten wird der Berner City-Golf-Parcours rege genutzt. Erst jetzt hat Stadtgrün Bern ein Baugesuch eingereicht.

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An einem grauen Tag im vergangenen September wurde der neue City-Golf-Parcours feierlich eingeweiht. Dabei waren Touristiker, Medienschaffende und die Gemeinderätinnen Ursula Wyss und Franziska Teuscher, welche sich mit wechselndem Erfolg im Putten versuchten. Seither können an verschiedenen Standorten in Bern Golflöcher bespielt werden, der Besuch von allen ergibt einen erquicklichen Stadtrundgang.

Vier Monate nach dem Startschuss hat das für den Bau der Golfanlagen verantwortliche Amt Stadtgrün Bern ein Baugesuch eingereicht. Nachträglich müssen alle Löcher vom Regierungsstatthalter bewilligt werden. «Wir sind davon ausgegangen, dass es keine Bewilligung braucht», sagt Christoph Schärer, der Leiter von Stadtgrün Bern. «Es waren ja nur kleine Eingriffe – ein Loch bohren, eine einfache Abschlagplattform und einen Markierungsstab montieren.» Man habe die Sache abklären lassen und gleichzeitig mit dem Bau begonnen.

Kurz vor der Fertigstellung des Golfrundgangs kam die Nachricht: Aufgrund der neuen Nutzung der Zonen als Golfanlagen war eine Baubewilligung nötig. «Üblicherweise kommt zuerst die Abklärung», sagt Schärer. Er befürchtet vom voreiligen Bauentscheid jedoch keine gravierenden Konsequenzen. «Die Bewilligung zu erhalten sollte kein Problem sein, das ist eine Formalität.»

Bernardino Schmidt ist Fachleiter der Berner Velostationen, wo die Golfschläger ausgeliehen werden. Er sagt, der Golfrundgang sei rege genutzt. «Trotz wenig Werbung haben wir relativ viele Schlägerreservationen.» Der Parcours sei bei Betriebsausflügler besonders beliebt. Ein Touristenmagnet scheint er jedoch noch nicht zu sein. «Die Besucher waren bis jetzt vorwiegend Berner.»

(mck)

Erstellt: 11.01.2018, 16:14 Uhr

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