Bar-Betreiber am Egelsee wollen 2018 wiederkommen

Die Betreiber der Bar au Lac am Egelsee ziehen eine positive Bilanz der ersten Saison. Die Kritiker des Barbetriebs bleiben aber skeptisch.

Eine Idylle, die nicht allen gefällt: Die Bar au Lac am Egelsee in Bern.

Eine Idylle, die nicht allen gefällt: Die Bar au Lac am Egelsee in Bern.

(Bild: Adrian Moser)

Adrian M. Moser@AdrianMMoser

Es hat einfach ausgesehen: Die Werkstatt des einstigen Entsorgungshofs am Egelsee in Bern stand leer, seit die neue Entsorgungsstelle an der Wölflistrasse offen ist. Die Betreiber der Caffè Bar Sattler in der Länggasse wollten ein Café einrichten in der alten Werkstatt, zumindest so lange, bis in einigen Jahren auch die Strassenreinigung aus den Gebäuden auszieht und diese dann womöglich anderweitig genutzt werden. Was einfach aussah, wurde dann kompliziert: Gegen das Baugesuch wurden Einsprachen erhoben, die Einsprecher befürchteten unter anderem Lärm und negative Auswirkungen auf die Umwelt. Die Café-Betreiber zogen das Baugesuch schliesslich zurück. Die vorläufige Lösung: Ein Barbetrieb ab Ende Juni für lediglich drei Monate – so war keine Baubewilligung nötig.

«Wir wurden warm empfangen»

Diese drei Monate sind nun vorbei. Mit einem «Fest am See» haben die Betreiber der Bar au Lac, wie das Lokal nun heisst, ihre erste Saison abgeschlossen. Micha Flach, Co-Geschäftsführer der Caffè Bar Sattler, zieht eine positive Bilanz: «Wir wurden warm empfangen im Quartier und erhielten nur positive Rückmeldungen.» Viele Familien und auch junge Leute seien gekommen, vor allem in den frühen Abendstunden zum Apéro. «Man scheint auf uns gewartet zu haben.»

Wie die drei Monate wirtschaftlich verlaufen sind, kann Flach noch nicht so genau sagen, die Zahlen lägen noch nicht vor. Er lässt aber durchblicken, dass noch kein Gewinn herausschauen wird. «Wir haben investiert.» Damit ist auch gesagt, dass Flach die Bar au Lac im kommenden Jahr wieder öffnen will. «Wie lange und in welcher Form, das sind wir noch am Abklären», sagt er. «Wir konnten aber auf jeden Fall zeigen, dass wir angenehme Nachbarn sind.»

Bar-Kritiker sind weiter skeptisch

Inwiefern sich die Stimmung der Kritiker gegenüber der Bar auf Lac in den vergangenen drei Monaten verändert hat, war am Freitag schwer herauszufinden. Die Vertreter des Angelfischervereins und der IG Egelsee, die sich in der Vergangenheit zum Thema geäussert hatten, waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Das gilt auch für Gemeinderätin Ursula Wyss (SP), die sich im Frühling stark für das Café eingesetzt hat. Eine ausführliche «Klarstellung», die die IG Egelsee am 11. September auf ihrer Website veröffentlicht hat, deutet nicht darauf hin, dass sich das Verhältnis gegenüber dem Barbetrieb deutlich entspannt hätte.

Das Onlinemagazin «Journal B» hat gestern allerdings berichtet, am Montag seien die Barbetreiber zum dritten Mal mit den Einsprechenden, Vertretern der Stadt und des Schosshalde-Ostring-Murifeld-Leists zu einem runden Tisch zusammengekommen. «Ich habe den Eindruck, dass wir einen Schritt aufeinander zu machen konnten», sagt Flach. «Wir haben die Hand ausgestreckt, jetzt muss sich zeigen, ob die Gegenseite sie ergreift.»

Der Bund

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