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Bald stehen Fitnessgeräte in der ehemaligen Bank

Grosse Büroflächen zu vermieten, ist in Bern auch an bester Lage schwierig. Fast drei Jahre, nachdem die Credit Suisse ausgezogen ist, will die Migros an der Christoffelgasse ein Fitnesszentrum eröffnen.

Die vier obersten Etagen des denkmalgeschützten Hauses an der Christoffelgasse 6 sind weiterhin nicht vermietet.
Die vier obersten Etagen des denkmalgeschützten Hauses an der Christoffelgasse 6 sind weiterhin nicht vermietet.
Adrian Moser

Schon wieder die Migros. Im Herbst dieses Jahres will der Detailhändler in der ehemaligen Credit-Suisse-Filiale an der Christoffelgasse 6 ein Fitness- und Wellnesscenter eröffnen. Dieses soll drei Etagen und rund 2000 Quadratmeter gross werden. Am vergangenen Freitag wurde ein Baugesuch der Migros-Tochter Flower Power AG für das denkmalgeschützte Gebäude publiziert.

Das Haus an der Christoffelgasse steht bereits seit geraumer Zeit leer. Im Frühling 2014 schloss die Credit Suisse ihre dortige Filiale und konzentrierte sich auf den Standort am Bundesplatz. Der Mietvertrag der CS mit der Igimo AG, einem Immobilienfonds, läuft allerdings noch bis im Herbst 2018. Seit einem guten Jahr sucht die Thomas Graf AG einen Nachmieter für die Bank. Nun, da mit der Migros der Vertrag für einen Teil des Hauses zustande gekommen ist, suchen die Immobilienvermarkter Mieter für die vier oberen Geschosse des Hauses. Hier ist Büronutzung vorgesehen. Pro Stock sind 800 Quadratmeter Fläche zu vermieten.

Hoher Leerstand an Bürofläche

Im Gegensatz zum angespannten Wohnungsmarkt ist es in Bern eher schwierig, Büros zu vermieten. Der aktuelle Leerstand liegt gemäss Martin Bernhard von der internationalen Immobilienberatungsfirma Jones Long LaSalle bei 3,6 Prozent. Konkret sind dies gut 100'000 Quadratmeter. Vor zwei Jahren ist der Leerbestand sprunghaft angestiegen. Bernhard geht davon aus, dass er weiterhin steigen wird. Soeben seien etwa 7000 Quadratmeter Bürofläche an der Belpstrasse frei geworden, weil Ernst & Young in den Postparc gezogen sei. Ausserdem sei der Bund daran, eigene Verwaltungsgebäude im Wankdorf und in Ittigen zu bauen. Dadurch könnten mittelfristig über 90'000 Quadratmeter zusätzliche Bürofläche entstehen.

Der Büroleerstand in Bern sei zwar etwas tiefer als in Zürich oder Genf, sagt Bernhard. Dennoch schätzt er den Berner Mark für Eigentümer als schwierig ein. «In Bern gibt es wenig Wechsel», sagt er. Zusätzlich seien die zu vermietenden Flächen zum Teil sehr gross. Im ehemaligen Swisscom-Hochhaus an der Ostermundigenstrasse stehen rund 30'000 Quadratmeter Büro- und Lagerfläche leer. Das kleinste dort zur Vermietung ausgeschriebene Büro ist 700 Quadratmeter gross, das grösste 10'000. Denn gerade Mieter, die viel Fläche beanspruchen wie die Verwaltungen oder staatsnahe Betriebe, hätten ihre Räume bereits bezogen, sagt Bernhard. Oder sie würden, wie oben erwähnt, selber bauen. Auch dass das ehemalige CS-Gebäude an bester Lage und mit prunkvollen Räumen immer noch teilweise unvermietet sei, verdeutliche die schwierige Lage für Vermieter, sagt Bernhard. «Die potenziellen Mieter haben eine gute Verhandlungsposition.»

Veränderte Bedürfnisse

Die Schwierigkeit, geeignete Mieter für das ehemalige Swisscom-Hochhaus zu finden, leuchtet ein. Es liegt am äussersten Rand von Bern, an der Grenze zu Ostermundigen. Doch warum ist es schwierig, ein Haus mitten in der Innenstadt zu vermieten? Marco Gügi vom Wirtschaftsamt der Stadt Bern vermittelt Arbeitsflächen. Die grosse Schwierigkeit sei, die Ansprüche der Mieter mit den Preisvorstellungen der Vermieter zu vereinbaren, sagt er. Dies umso mehr bei grossen Häusern, die auf die Bedürfnisse einer bestimmten Firma zugeschnitten seinen, sagt er. «Zusätzlich entspricht auch die kleinräumige Aufteilung der Fläche nicht dem heutigen Trend zum Grossraumbüro.»

Auch die Migros muss das ehemalige Bankgebäude für ihr neues Fitnessstudio umbauen. Verschiedene Saunas sollen im Wellnessbereich gebaut werden. Zudem brauche es Räume für Gruppenkurse, Garderoben und Duschen. Die Migros will in den Umbau rund sechs Millionen Franken investieren.

17-mal Migros in der Innenstadt

Zwischen Zytglogge und Bubenbergplatz betreibt die Migros bereits sechs Supermärkte, vier Gastrobetriebe, zwei Buchläden, den Globus und die Welle 7. Zudem soll ein Bio-Supermarkt eröffnet werden. Auch die Markthalle will die Migros wiederbeleben.

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