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«Auto-Boutique» für ein kleines Lifestyle-Auto

In Muri ist ab Samstag das erste eigenständige Mini-Center der Schweiz geöffnet.

Etwas weniger Auto, dafür etwas mehr Lifestyle: Das neue Mini-Center in Muri. (Valérie Chételat)
Etwas weniger Auto, dafür etwas mehr Lifestyle: Das neue Mini-Center in Muri. (Valérie Chételat)

Eine finstere Werkstatt, in der ein Mechaniker unter einem Göppel hervorkriecht und sich die öligen Hände mit einem Tuch abwischt: Das war einmal. Im Mini-Center an der Worbstrasse 75 in Muri ist es anders: Hier bewegen sich Autokundinnen und -kunden im gestylten Showroom, trinken in der Lounge einen Kaffee und wählen im Shop ein Accessoire für ihren Kleinwagen oder ein Stück aus der Mini-Kleiderkollektion aus. Eine Werkstatt gibt es natürlich auch – aber hinter einer Glaswand. Nach einer Bauzeit von rund vier Monaten wird die von Architekt Sven Stucki erbaute «Auto-Boutique» heute Samstag bis Mitternacht mit einer Party eingeweiht und ist auch morgen Sonntag bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. 300 Quadratmeter gross ist der acht Meter hohe Ausstellungsraum, der über zwei Etagen verfügt.

Kultauto aus Grossbritannien

Zwei Millionen Franken hat sich die Auto Marti AG den Neubau kosten lassen. Der Hauptsitz der BMW-Vertretung befindet sich nach wie vor in Niederwangen. Firmenchef Felix Marti wollte jedoch dem kleinen Kultauto Mini aus Grossbritannien einen prominenten und exklusiven Auftritt verschaffen. Wie er durchblicken lässt, musste er vor dem Verwaltungsrat der Familien-AG all seine Überredungskünste einsetzen, bis dieser die ambitionierten Pläne des 45-jährigen Patrons genehmigte – mitten in einer Wirtschafts- und Autokrise.

Den neuen Mini gibt es seit 2001. Nach dem VW New Beetle, der 1998 als moderne Version des Massenprodukts VW Käfer ein Revival erlebte, entsann sich auch BMW als neue Besitzerin der Marke Mini des ursprünglichen kleinen englischen Flitzers, der in den 1960er-Jahren das Kleinwagenzeitalter eingeläutet hatte. Allerdings war der alte Mini auch ein Sinnbild des verrottenden britischen Empire, spottete doch seine Fertigungsqualität unter der Regie des Auto-Konglomerats British Leyland in den frühen 70er-Jahren jeglicher Beschreibung. Angeblich mussten die damaligen Minis vor dem Export auf den Kontinent in einem Nachjustierwerk in Belgien halbwegs auf das festländische Qualitätsniveau gepusht werden.

50-jähriger Lifestyle-Gokart

Der neue Mini hingegen wird zwar im alten – und neu eingerichteten – Morris-Werk Cowley in Oxford gefertigt, doch die Übernahme der Marke durch BMW hat dem britischen Schlendrian ein Ende gesetzt. Der neue Mini, leicht grösser als sein Urahn, ist zu einem modischen Accessoire geworden, zu einem Lifestyle-Gokart gewissermassen. Er feiert heuer den 50. Geburtstag.

Die Autofirma Marti selbst hat eine noch längere Geschichte. Mit einer Hufschmiede fing 1848 alles an. Ab 1909 wurden am Eigerplatz eigene Karosserien gefertigt. Alfred Marti, Grossvater des heutigen Firmenchefs, riss 1968 die Garage am Eigerplatz in Bern ab. 1969 wurde ein modernes Geschäftshaus eröffnet, ein Ereignis, das der heutige Patron auf einem Dreirad miterlebte. Heute befindet sich im Gebäude am Eigerplatz die Löwen-Garage von Peugeot.

Mit dem bayrischen Nobelhersteller BMW ist Marti seit 1961 vertraglich verbunden. In Niederwangen stellt Marti auf rund 10 000 Quadratmetern BMW-Karossen aus. Dort sind 50 Mitarbeiter tätig. Vier neue Arbeitsplätze sind im Mini-Center in Muri entstanden. Gestern Abend wurde diese Filiale im Beisein des Muriger Gemeindepräsidenten Hans-Rudolf Saxer eingeweiht.

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