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Aufgetischt: Warten im Baukastensystem

Ein Testessen in der Piste Süd, dem Restaurant im Flughafen Bern-Belp.

Futuristisch sieht der Glasbau beim Flughafen Bern-Belp aus, in dem am 10. Oktober das Restaurant Piste Süd seine Verköstigungstätigkeit aufgenommen hat. Das Interieur erinnert an eine durchdesignte Flughafen-Business-Lounge. Eine Fototapete mit einem Flugzeugflügel über den Wolken illustriert trefflich Reinhard Mays Chansontext. Dazu tragen die Beschriftungen im Stile einer Flugplan-Tafel an einem langen Sideboard bei, auf denen Destinationen wie Hongkong, Tokio oder Toronto annonciert werden. Das ist nur Dekoration, auch wenn die rührige Skywork-Truppe in ihren Büros in den oberen Stockwerken des Geschäftshauses in letzter Zeit ein europäisches Streckennetz aufgezogen hat, das man in Bern lange für unmöglich hielt.

12.10 Uhr. Der junge Chef begrüsst uns freundlich und geleitet uns zum reservierten Tisch. Pascal Mettler, laut einem Youtube-Werbefilm Quereinsteiger, ehemaliger Geschichtsstudent und Hotelfachschul-Absolvent, geniesst die Rolle als Geschäftsführer sichtlich, doch würde ihm eine formellere Kleidung gut anstehen: Jeans mit darüberhängendem Hemd machen nicht zweifelsfrei klar, wer der Chef ist. Er bringt die Karte und erläutert das Baukastensystem: Zu den teureren Menüs (Fr. 19.–/Fr. 23.–) lassen sich Fruchtsäfte, ein Consommé mit Porto, der Saisonsalat mit Feta oder das Dessert Panna Cotta kombinieren. Auf der Karte «Individuell Essen» figurieren ebenfalls Salate, Vegi-Teller und Gemüsebeilagen. Die meisten sind gross oder klein erhältlich. Das Baukastensystem ist für den ungeübten Gast gewöhnungsbedürftig, weshalb Mettler in die Kauerstellung geht, um etwas redselig das System darzulegen. Wir bestellen erst einmal Mineralwasser (5 dl Fr. 5.50) und bedingen uns einige Augenblicke Zeit.

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