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«Aufgetischt»: Vom Bau-Gitter zur roten «Gutter»

Quartierbeizencharme, Apérotrinker, und eine innovative Küche: Testessen im Restaurant Eiger, Bern.

Am Eigerplatz befinden sich nicht nur die Strassen und die ganze Kreuzung im Umbau, sondern auch die Gastroszene und damit der Quartiercharakter. Vor kurzem hat an der Belpstrasse eine «Bierzzeria» geöffnet, und an den fünf letzten Hauseingängen der Belpstrasse werden vier Restaurants betrieben: eine Pizzeria, ein chinesisches Lokal, seit einem Jahr die Café Bar Simpel und seit Oktober das Restaurant Eiger. Restaurant Eiger? Das gabs doch schon. Das Lokal mit den schönen Kugellampen und den gemütlichen Holzbänken, die in eine Täferung übergehen, hiess nämlich noch vor zweieinhalb Jahren so. Dazwischen wurde es von der Fondation gad Stiftung in Eiger-Brasserie umgetauft und das Lokal jetzt an die KG Gastrokultur verpachtet. Damit wirtet eine erfahrene Truppe, die unter anderen schon im Le Beizli und im Du Nord für gute Quartierbeizenstimmung sorgt.

Wir schlängeln uns also durch die vielen Gitter der Eigerplatzsanierung, unter denen der Sulgenbach gurgelt, und retten uns, vom Regen tropfend, über eine Art Hängebrücke ins warme Innere des Lokals. Es hat zum Glück kein Facelifting erhalten und ist noch genauso gemütlich wie vorher und darum wohl das am besten gefüllte Lokal der Häuserzeile. Da sitzen Apérotrinker, dort sehen andere aus, als würden sie das Lokal für das Weihnachtsessen des Büros testen. Stichwort Apéro: Wir diskutieren, ob ein Ingwerer-Drink passen würde. Der Berner Schnaps hat seit seiner Kreation 2013 einen Senkrechtstart hingelegt und wird mittlerweile allein in der Bundesstadt in gut 50 Lokalen angeboten. Er ist Kult, aber er ist ein Einzelgänger und vielleicht besser nach dem Essen, so unser Fazit. Der «Ingwerer Spritz» ist zu behäbig für einen Apéro. Mit dem leichten Lillet Vive (Fr. 9.–) mit Tonic Water und einem Schnitz Gurke kann er trotz Limette nicht ganz mithalten.

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