Aufgetischt: Magnet für Touristen und Asienfreunde

Im Restaurant Artasia in Köniz trifft man nicht nur auf eine grosse Auswahl asiatischer Speisen, sondern auch auf gestresste Bundesangestellte.

Das Artasia in Köniz überzeugt mit einer grossen Auswahl asiatischer Speisen.

Das Artasia in Köniz überzeugt mit einer grossen Auswahl asiatischer Speisen.

(Bild: zvg)

Lisa Stalder

Köniz hat sich in den letzten Jahren zu einem Magneten für Verkehrsinteressierte entwickelt. Immer wieder schauen sich Delegationen aus dem In- und Ausland die Tempo-30-Zone im Dorfzentrum an. Seit die Gemeinde 2012 vom Schweizer Heimatschutz den Wakkerpreis erhielt, lassen sich auch Senioren per Bus oder zu Fuss durch die Gemeinde führen. Die asiatischen Touristengruppen, die regelmässig in Köniz haltmachen, interessieren sich allerdings weder für das koexistente Verkehrssystem noch für den Wakkerpreis.

Sie kommen wegen des Essens.Und dieses erhalten sie im Restaurant Artasia an der Schwarzenburgstrasse 229. Das Restaurant wurde im Herbst 2008 von Ng-Ye Huiping eröffnet, die auch das Dalun im Berner Lorrainequartier führt. Die gebürtige Chinesin weiss, was ihre Landsleute von einem Mittagessen erwarten: Es muss schmecken, die Zubereitung darf aber nicht länger als eine halbe Stunde dauern.

Grosse Karte

An diesem Mittag steht kein Reisecar vor dem unscheinbaren Haus zwischen dem Könizer Zentrum und dem Dreispitz. Doch beim Betreten des Lokals fallen uns die vielen «Reserviert»-Schilder auf den Tischen entlang der Fensterfront auf. Der grosse Ansturm dürfte also in Kürze folgen. Zum Glück ist das Lokal gross genug, sodass auch Spontanbesucherinnen und -besucher noch ein Plätzchen finden. Die freundliche Bedienung weist uns einen Zweiertisch neben dem Fenster zu und nimmt uns sogleich die Mäntel ab.

Kaum haben wir uns gesetzt, rauscht sie schon mit der Speisekarte und der Liste mit den Tagesmenüs an. Das Angebot ist umfangreich, was die Entscheidung nicht gerade vereinfacht. Neben typischen chinesischen Spezialitäten wie zum Beispiel Ente nach kantonesischer Art, gebratenem Poulet an einer süsssauren Sauce oder gebratenem Rindfleisch nach Sichuan Art sind auch verschiedene thailändische Curry-Gerichte zu finden. Die Preise bewegen sich zwischen 22 und 35 Franken. Günstiger sind die Tagesmenüs, die schon ab 13 Franken zu haben sind.

Qual der Wahl

Nachdem wir schon zweimal gefragt worden sind, ob wir bestellen möchten, haben wir uns endlich entschieden. Gerne hätte die Testesserin zur Vorspeise die gedämpften Teigtaschen mit Crevetten (Fr. 10.-) genommen. Doch die Bedienung weist darauf hin, dass die Zubereitung etwas länger dauern könnte. Die gebratenen Crevetten an einer süsssauren Sauce (Fr. 10.-) seien aber schnell gemacht.

Zeit hätten wir eigentlich genug, doch wir wollen die knurrenden Mägen nicht zu lange warten lassen, weshalb wir auf den Vorschlag der Bedienung eingehen. Das Gegenüber bestellt zudem eine vegetarische Frühlingsrolle (Fr. 3.-, mit Salat Fr. 5.-). Als Hauptspeise wählen wir den Pouletspiess an einer Erdnusssauce mit Reis sowie den gebratenen Reis mit Ei und Gemüse (beide Gerichte Fr. 13.-). Dazu bestellen wir Jasmintee (Fr. 5.-), der sogleich in einer wunderschönen Kanne serviert wird.

Das Problem mit den Stäbchen

Auch die Vorspeisen lassen nicht lange auf sich warten. Diese sind liebevoll angerichtet, neben einem Salat ziert eine aus einem Rüebli geschnitzte Blume den Teller. Die Vorspeisen schmecken gut, sie sind knusprig und gut gewürzt. Die Frühlingsrolle dürfte allerdings etwas weniger fettig sein. Wir haben noch nicht ganz fertig gegessen, da werden schon die Hauptgerichte serviert. Während das Gegenüber zum nussigen Pouletspiess nur Positives zu berichten weiss, fehlt der Testesserin beim gebratenen Reis etwas die Würze. Als hätte sie es gespürt, bringt die Bedienung Soja- und Chilisauce, die sofort Abhilfe schaffen.

Während des Essens wird plötzlich die Türe zum Lokal geöffnet, und eine Gruppe stürmt herein. Es sind allerdings keine asiatischen Touristen, sondern Angestellte eines Bundesamts. Aber auch sie sind offenbar in Eile. Noch bevor wir unseren Kaffee bestellen, verlassen die ersten das Restaurant wieder. Ein Blick auf die Uhr verrät allerdings, dass die Mittagspause der Bundesangestellten gar nicht so kurz war. Vielmehr war die unsere sehr lang. Es lag wohl an den Stäbchen.

DerBund.ch/Newsnet

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