«Aufgetischt»: Fertig einsam, Ruedi

Wenn das Ringgi im Park auftischt, ist der Sommer da.

Mittags hungrige Berufstätige, abends durstige Theaterbesucherinnen. Wenn im Pärkli beim Ringgenberg wieder aufgetischt wird, ist in Bern Sommer.

Mittags hungrige Berufstätige, abends durstige Theaterbesucherinnen. Wenn im Pärkli beim Ringgenberg wieder aufgetischt wird, ist in Bern Sommer.

(Bild: zvg)

Mischa Stünzi

Meist ziemlich einsam stand Rudolf von Erlach hoch zu Ross Jahr ein, Jahr aus in dem namenlosen Pärkchen gegenüber vom Stadttheater. Bis vor ein paar Jahren die Betreiber des benachbarten Restaurants Ringgenberg die Idee hatten, in dem Park eine Sommer-Dependance einzurichten. Das Konzept hat sich bewährt. Heute ist es für einige ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Sommer in der Stadt Einzug gehalten hat, wenn das Ringgi im Park öffnet. Und so leisten auch an diesem Mittag wieder viele Hungrige dem Ruedi in seinem Pärkchen Gesellschaft.

Weisse Sonnenschirme, Stühle mit weissen Sitzpolstern, Klapptische. Die Einrichtung im temporären Restaurant ist einfach und will genau das sein. Denn so unkompliziert wie das Mobiliar ist auch die Karte. Drei Mittagsmenüs stehen zur Auswahl: Bulgursalat, Pulled-Pork-Burger und Forelle. Daneben gibts diverse Wurst- und Käseplatten und ein paar wenige Klassiker wie Tartar und Chèvre chaud. Fertig. Das sommerliche Gastrokonzept scheint besonders Bernerinnen anzusprechen. Der Testesser und seine Begleiter gehören zur Minderheit. Wir bestellen das «männlichste» Gericht auf der Karte: den Pulled-Pork-Burger – der übrigens auch bei den anwesenden Frauen beliebter zu sein scheint als der Bulgursalat. Dazu gibt es entweder vorab einen Salat oder hinterher eine Himbeercreme (Menüpreis: Fr. 22.50).

Dem Salat verleihen geröstete Kerne und eine tolle Vinaigrette das nötige Extra. Trotzdem bleibt der Pulled-Pork-Burger der Hauptdarsteller: Begleitet wird das Schweinefleisch, das so lange bei niedriger Wärme im Ofen schmort, bis es praktisch auseinanderfällt, von Tortilla-Chips mit Guacamole. Der Testesser verputzt die Beilagen zuerst. Die Sauce, die zwangsläufig aus einem Pulled-Pork-Burger heraustropft, würde die knackigen Chips sonst im Nu in labbrige Maisdreieckchen verwandeln. So aber gibt es an den Chips nichts zu mäkeln. Die Guacamole dazu ist dem Testesser allerdings etwas zu fade gewürzt. Zudem ist die Konsistenz für seinen Geschmack etwas zu homogen. Erst die Zwiebel-, Tomaten- und Chilistückchen in der Guacamole sorgen für eine orale Fiesta.

Partystimmung kommt dafür beim Burger auf. Zwischen den Brötchen steckt derart viel Fleisch, dass es sich der Testesser und seine Begleiter kurz überlegen, den Burger zu zerlegen und mit Messer und Gabel zu essen. Diesem Frevel widerstehend, rücken wir dem Gebilde dann doch von Hand zu Leibe. Fleisch, Sauce und Krautsalat verbinden sich im Mund zu einem saftigen, üppigen Ganzen. Etwas Sauerrahm verleiht der Sache eine frische, cremige Note.

Eine Nachricht für dich, Ruedi: Wir kommen wieder.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt