«Aufgetischt»: Auch am Schatten ist es «very hot»

Im Suban’s Thai-Restaurant in Bern erhalten Medienschaffende knackiges Gemüse an scharfer Sauce statt Einheitsbrei.

Das Suban's Thai-Restaurant bietet auch ein paar lauschige Gartensitzplätze.

Das Suban's Thai-Restaurant bietet auch ein paar lauschige Gartensitzplätze.

(Bild: mdü)

Markus Dütschler

Heute wollen wir keine allzu lange Mittagspause machen. Auch ist niemand vor Ort, der uns Medienschaffenden Gratis-Risotto ausschöpft. Darum entsinnen wir uns gerne des sympathischen Thai-Lokals schräg über die Strasse, Subman’s Thai-Restaurant. Dieses befindet sich seit fast genau zwei Jahren im ehemaligen Ladenlokal des Quartierladens Iseli. Wir gehen extra erst gegen halb eins hin, damit wir nicht Schlange stehen müssen.

Im Foyer des hübsch renovierten Restaurants wird man auf Schiefertafeln darüber aufgeklärt, was Sache ist. Heute gibt es Tofu gebraten mit Gemüse («nicht scharf») oder Panaeng Curry («scharf»), Poulet an rotem Curry mit Ananas («scharf»), Poulet Pad Kimau (Chili und Basilikum, «scharf»), Rind Pad Satay (Erdnusssauce, «sehr scharf») oder das Vegi-Menü: Frühlingsrolle mit Jasmin-Reis, gebratenem Reis oder Reisnudeln.

Wie immer empfängt einen an der Theke das Lächeln Asiens, auch dann, wenn man nicht zu den Stammgästen gehört, die jede Woche ein paar Mal kommen. Der Testesser samt Begleiterin und Begleiter versuchen die verschiedenen Menüs, was um so leichter fällt, als einem stets angeboten wird, gerne zwei Gerichte zu probieren. Frühlingsrollen gibts ohnehin dazu. Wegen des Vermerks «scharf» oder «sehr scharf» ist man gut beraten, ein Flaschengetränk aus der Vitrine zu nehmen, vorzugsweise eine dieser asiatischen Grüntee-Zubereitungen. Hier vermisst man das Ginger-Beer, ein kohlensäurehaltiger alkoholfreier Drink mit Ingwergeschmack. Erfahrungsgemäss passt das gut zur südostasiatischen Küche, ist jedoch geschmacklich nicht jedermanns Sache.

Versorgt mit je einem Schälchen Reis mit Gemüsestückchen und den verschiedenen Tofu- und Fleischsorten balancieren wir unsere Teller hinaus auf den lauschigen Sitzplatz, wo wir einen freien Tisch finden. Derjenige mit Sonnenbrille setzt sich auf den sonnigsten Platz. Doch auch den andern, die am Schatten sitzen dürfen, wird es ordentlich warm, denn «scharf» ist tatsächlich scharf. Man kennt ja den Running Gag des unkundigen Besuchers in einem indischen Lokal in England, der auf die Frage, ob er es «hot» möge, ahnungslos Ja sagt, weil er das Zeug nicht gerne kalt isst – ein tränenreicher Irrtum. Hier in Bern ist das Gericht mit dem Prädikat «sehr scharf» durchaus noch erträglich, vermutlich sind die Köchinnen dem mitteleuropäischen Geschmack doch etwas entgegengekommen.

Wir stellen fest, dass die Gemüsestücklein, etwa der Blumenkohl, noch recht bissfest sind. Das ist eine alte Streitfrage in der Gastronomie: Früher wurde alles butterweich gekocht, dann bevorzugte man eher wieder die harte Tour. Wir mögen es so, wie es ist, denn zu weich gekocht würde das Gemüse allzu stark an Einheitsbrei erinnern. Und wer will das schon?

Die Büffethilfe kommt hinaus und erkundigt sich lächelnd, ob alles in Ordnung sei. Wir bejahen und bestellen noch einen Espresso (Fr. 3.50), den sie uns draussen serviert. Bezahlen dürfen wir den Kaffee später drinnen am Büffet. Wir geniessen die Mittagszeit auf dem Sitzplatz noch einige Minuten und gehen wieder zurück ans Werk – gerne noch für etwas länger.

Die Mittagsverpflegung in diesem Beizli in der Nachbarschaft hat uns noch nie enttäuscht. Man merkt, dass hier nicht Menüs auf die Teller geschaufelt werden, die zuvor stundenlang in Kisten im heissen Wasserbad gedümpelt haben. Wir schätzen das – und werden sicher bald wieder einmal auftauchen.

Der Bund

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