Auch das Tibits überwacht seine Gäste

In der Berner Filiale des Restaurants Tibits sind zehn Überwachungskameras installiert. Bei Bedarf wird auch Sicherheitspersonal in Zivil eingesetzt.

Sind mit Kameras ausgestattet: Die Tibits-Restaurants.

Sind mit Kameras ausgestattet: Die Tibits-Restaurants.

(Bild: Keystone Martin Ruetschi)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Ein Gast der Berner Tibits-Filiale meint, seine Tasche verloren zu haben, und beginnt sich im Lokal umzusehen. Kurz darauf wird er von einem Angestellten nach seinem Ansinnen gefragt. Der Angestellte heisst den Gast zu warten, man werde die Sache prüfen. Nach kurzer Zeit kehrt der Tibits-Mitarbeiter wieder zurück und teilt dem Gast mit, dass er gemäss Videoaufzeichnung das Lokal ohne Tasche betreten habe. Der Gast ist nun gleich doppelt verdutzt: einerseits wegen der vermeintlich gestohlenen Tasche, andererseits wegen der Kameras im vegetarischen Restaurant.

«Zur Sicherheit der Gäste»

«Wir haben im letzten Jahr alle unsere Restaurants mit Kameras ausgestattet», sagt Daniel Frei, Mitbegründer des Tibits, auf Anfrage. In der Berner Filiale seien zehn Kameras im Gästebereich installiert, «die ausschliesslich zur Sicherheit unserer Gäste sowie unserer Mitarbeitenden bestimmt sind». Damit könne etwa in Fällen von Diebstahl die Polizeiarbeit unterstützt werden, hält er fest. Die Kundschaft werde beim Haupteingang auf die Videoüberwachung hingewiesen. Zu Zivilklagen von Kunden sei es deswegen bisher nicht gekommen.

Gerade im Bahnhof Bern sei es «abends nicht immer ganz einfach für unsere Mitarbeitenden». Da könne die Überwachung des Gästebereichs mit Videokameras ein «gewisses subjektives Sicherheitsgefühl» verleihen. Der Zugriff auf die Videoüberwachung sei passwortgeschützt, und die Aufzeichnungen dürften nur im Ausnahmefall vom Geschäftsführer oder seinem Stellvertreter oder, bei deren Abwesenheit, von einem Mitarbeiter im Backoffice geprüft werden. Alle drei Tage würden die Aufzeichnungen periodisch gelöscht. Ergänzend zu den Kameras werde auch gelegentlich zusätzliches Sicherheitspersonal in Zivil vor Ort eingesetzt, sagt Frei.

In Bern hat auch das Restaurant Way to India am Bärenplatz 16 Kameras installiert. Gemäss einer Sprecherin des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten muss die Kameraüberwachung in Restaurants verhältnismässig sein und durch ein Schild beim Eingang signalisiert werden. Mit dem Betreten des Lokals gäben die Gäste ihre Einwilligung, gefilmt zu werden, sagte die Sprecherin.

Der Bund

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