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Ask-Force: Boni sind gut. Keine Frage!

Leserinnen und Leser loben die Ask-Force immer wieder für ihre klugen Antworten. Unsere Antwort darauf: Danke! Gleichzeitig müssen wir das Bild etwas korrigieren.

Nicht die genuinen bis genialen Antworten sind die grössten Leistungen der Ask-Force, sondern die Kraft, die sie aufwendet, Fragen überhaupt zu verstehen. Wir sind Fragenversteher. So hat uns C. S. aus Zürich gefragt: «Sind Boni schlecht?» Unsere spontane, aber unveröffentlichte Antwort lautete zunächst: Die Boni, jenes kleine im Norden Kenias und Süden Somalias hausende Völklein, das in kuschitischer Sprache übers Jagen und Sammeln singt, ist alles andere als schlecht. Boni sind friedliebend, warmherzig. Kurz: Boni sind gut.

Nicht veröffentlicht haben wir diese Antwort aber, weil völlig unklar blieb, ob die Frage auf Boni 1, Boni 2, Boni 3, Boni 4 oder Boni 5 zielt? Wie sagte doch schon Churchill: «Woher soll der Kluge wissen, wonach der Dumme fragt?»

1) Kenianische Ethnie 2) Stadt und Departement in Mali 3) Carla; ital. Schlagersängerin, 1947–2009 4) Holländische Warenhauskette 5) Plural von Bonus; Synonym für Abzockerei

Hier fragen aber nicht Dumme, sondern Raffinierte: C. S. sind nicht die Initialen des Fragenden! Die Buchstaben stehen bestimmt für ein grösseres Finanzinstitut, das hier – anonym! – eine Hilfestellung für ihren Boss erwartet, der nach seinem 71-Millionen-Franken-Bonus keine echten Freunde mehr hat, mit denen er sein Unglück teilen könnte. Richtig verstanden lautet die Frage also: «Dürfte CS gegebenenfalls mit der Ask-Force ihre Boni teilen?»

Das mit dem Teilen wird aber nichts. Bestünde im Unternehmen nämlich eine Kultur des Teilens, würde in ihm niemand mit solch unmenschlichen Boni bestraft. Anfügen können wir höchstens noch den Boni- und Abzockerratschlag von Gaius Suetonius Tranquillus: Boni pastoris est tondere pecus, non deglubere! – Die Aufgabe des guten Hirten ist es, seine Herde zu scheren, nicht aber zu schinden!

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