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Asche wirft Schatten aufs Belpmoos

Die Auswirkungen der Flugsperre sind auch in Bern im Tourismus und im Handel spürbar. Betroffen ist allen voran der Flughafen Bern-Belp.

Seit Freitagnacht werden Flüge tageweise verschoben. «Man weiss nie, wann es weitergeht», sagt Martin Leibundgut, Vizedirektor der Flughafenbetreiberin Alpar. Die finanziellen Ausfälle bewegten sich im sechsstelligen Bereich, etwa wegen ausbleibender Flughafentaxen, Parkgebühren und Landetaxen. Bis gestern Abend waren rund 1200 Passagiere von 34 Flügen betroffen. Nicht tangiert sind die tiefer fliegenden Taxi-, Rund- und Heliflüge. Leibundgut rechnet mit mindestens zwei Wochen, bis der Flugverkehr wieder normal abläuft. Bereits jetzt ist klar: Es ist der grösste Schaden seit dem Hochwasser 1999, das den Betrieb während zwei Wochen lahmlegte.

Auch Beat Iseli, Inhaber von Aaretal Reisen, hofft auf eine baldige Aufhebung des Flugverbots. Mit zusätzlichem Personal, Abend- und Wochenendarbeit sei es gelungen, alle Kunden rechtzeitig über die stornierten Flüge zu informieren und auf dem Laufenden zu halten. Bisher seien die Verluste «noch nicht gross». Das könne sich aber rasch ändern, wenn die Flüge noch weiter hinausgeschoben werden müssten, dann gehe es rasch «in die 10 000er».

Markante Verluste erwartet

Überschwemmen nun Massen von gestrandeten Touristen die Berner Hotellerie? «Die Anzahl ist im überschaubaren Rahmen», sagt Daniela Zehr von Bern Tourismus. Man erwarte aber einen Rückgang der Logiernächte.

Das Fehlen der ausländischen Touristen spüren gerade auch die Jungfraubahnen, die stark vom internationalen Markt abhängig sind. Bisher seien wegen der Flugsperre 16 Gruppenreisen annulliert worden, informiert Simon Bickel. «Das sind 363 Personen.» Nicht erfasst seien die Einzelreisenden. Insgesamt rechnen die Jungfraubahnen für April mit einem Einbruch in der Grössenordnung von mehreren Tausend Personen – letztes Jahr wurden 57 500 Besucherinnen und Besucher gezählt.

Weitreichende Auswirkungen

Der Schatten der Aschenwolke erstreckt sich auch auf Bereiche abseits des Tourismus. Etwa auf die Gastronomie: Wie auf Anfrage zu erfahren war, wurden im Sushi-Restaurant «Japigo» in der Marktgasse die Betriebsferien gleich um eine Woche verlängert: Nebst dem Fisch fehlt das Personal, das teilweise noch in Japan weilt. Andere Restaurants können bei Lieferproblemen einfach das Menu anpassen, so etwa das «Bellevue».

Auch die Universitäre Forschung lebt vom internationalen Austausch – und Handel: Die Berner Firma Cellntec vertreibt Nährlösungen für die Forschung mit Zellen. Die in Trockeneis gekühlte Lieferung muss innert zwei bis drei Tagen ankommen. Da heisst es Abwarten, bis die Kuriere eine neue, schnelle Transportmöglichkeit gefunden haben: Alle Bestellungen wurden um eine Woche verschoben.

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