Archäologische Vorbehalte gegen Velostation

Eine zweigeschossige Velostation unter dem Hirschengraben würde 3000 Veloabstellplätze ermöglichen. Die Idee ist jedoch der Kommission für Denkmalpflege (EKD) ein Dorn im Auge.

Eine neue Velostation unter dem Hirschengraben könnte entstehen.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Eine neue Velostation unter dem Hirschengraben könnte entstehen.

(Bild: zvg)

Wer in letzter Minute am Bahnhof Bern einen Zug erwischen will, braucht viel Glück, wenn er für sein Velo einen Parkplatz finden will. Etliche Velofahrer parkieren rund um den Bahnhof «wild», zum Beispiel am Hirschengraben. Der Engpass könnte durch den Bau einer unterirdischen Velostation beim Hirschengraben entschärft werden.

Nach dem Umbau des Bahnhofs werden die Fussgängerzahlen in die Höhe schnellen. Um dies zu bewältigen, braucht es eine neue Unterführung. Diese erfordert eine Neugestaltung des gesamten Hirschengrabens: Der Platz soll neu gestaltet und die Kastanienbäume durch Linden ersetzt werden. «Die Kastanienbäume sind krank, es sollen wieder wie früher Linden gepflanzt werden», sagt Stadtingenieur Reto Zurbuchen. Linden sind auch resistenter gegen die Klimaerwärmung.

SP-Gemeinderätin Ursula Wyss sieht beim Projekt die Gelegenheit, dem öffentlichen Verkehr, dem Fuss- und Veloverkehr rund um den Bahnhof «erste Priorität» einzuräumen. Zudem eröffne es die Chance, unter dem Hirschengraben eine Velostation zu realisieren.

Eine zweigeschossige Velostation unter dem Hirschengraben würde 3000 Abstellplätze ermöglichen. Das heutige Provisorium mit den Veloabstellplätzen im Hirschengraben könnte aufgehoben werden, um das Stadtbild zu verbessern. Michael Sutter, SP-Stadtrat und Präsident von Pro Velo Bern, sagt, dass eine grosse unterirdische Velostation beim Hirschengraben wünschenswert wäre. «Aber für eine kurze Abstelldauer etwa bei einem Einkauf sind auch künftig oberirdische Veloparkplätze nötig.»

Grabungen im Perimeter des Unesco-Weltkulturerbes sind jedoch der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) ein Dorn im Auge. Sie sorgt sich um die alte Befestigungsmauer des Hirschengrabens, moniert aber auch, die Unterhöhlung des Platzes untergrabe die Authentizität der Gesamtanlage. Die EKD ist allerdings nicht einspracheberechtigt, sondern gibt lediglich Empfehlungen ab.

Der Bund

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