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Arbeitssieg im Tessiner Regen

YB gewann in Bellinzona 3:1. Doumbia (2) und Yapi erzielten die Tore für den Leader, Degen wurde vom Platz gestellt.

Doumbia überrennt Bellinzona-Torhüter Gritti und schiesst das Ausgleichstor für YB. (EQ Images)
Doumbia überrennt Bellinzona-Torhüter Gritti und schiesst das Ausgleichstor für YB. (EQ Images)

Es lief bereits die Nachspielzeit, als sich auf der Höhe der Mittellinie die Gemüter erhitzten. David Degen regte sich fürchterlich auf, weil ihm Schiedsrichter Thomas Gangl innert weniger Sekunden die zweite Gelbe Karte gezeigt und vom Platz gestellt hatte. Der Basler liess sich kaum beruhigen und musste von Sportchef Alain Baumann in die Kabine begleitet werden. Trainer Vladimir Petkovic sagte hinterher, Degen habe sich mit Affolter über einen ihm nicht genehmen Schiedsrichterpfiff unterhalten. Nicht ohne anzufügen: «In Zukunft sollte er dies besser weniger laut tun.» Degens Ausschluss war ein Wermutstropfen für die Young Boys, die im Tessin die budgetierten drei Punkte holten und weiterhin vier Punkte vor dem zweitklassierten FC Basel liegen.

Die Leistung, die der Leader geboten hatte, war über die gesamten 94 Minuten gesehen durchschnittlich. Etliches zu bemängeln gab es in der ersten Halbzeit, in der die Gäste kaum einmal die massierte Abwehr von Bellinzona aufreissen konnten. Petkovic kritisierte die «fehlende Kraft». Verteidiger Francois Affolter sagte, sie hätten sich schwer getan, hinter die beiden Abwehrreihen des Gegners zu kommen.

Regen, Kälte, Feuerwerk

Der Auftritt in der zweiten Hälfte war nicht souverän, aber er war entscheidend besser. Vor allem erwiesen sich die Berner als sehr effizient. Zweimal nutzten sie grobe Schnitzer Bellinzonas kaltblütig aus. Petkovic wertete die Leistungssteigerung als Charakterbeweis. Die Mannschaft sei nicht zufrieden gewesen und habe gewusst, dass sie mehr fürs Spiel machen müsse.

Es war ein Abend, der kaum einem der Anwesenden in langer Erinnerung bleiben dürfte. Zu trist war der Rahmen. Gut gezählte 2800 Zuschauer verloren sich bei Bindfadenregen im altersschwachen Stadio Comunale, das bald durch einen 200 Millionen teuren Neubau in der nördlich an Bellinzona grenzenden Gemeinde Arbedo-Castione ersetzt werden soll. Das für lange Zeit einzige Feuerwerk zündeten unmittelbar vor Matchbeginn die rund 200 mitgereisten YB-Anhänger. Die Rauchschwaden hatten sich längst verzogen, als der Tabellenerste ein erstes Lebenszeichen von sich gab. Lustrinelli, der gegenüber Bienvenu den Vorzug erhalten hatte, schoss nach einer der wenigen schnellen Ballstafetten knapp vorbei. Es war gleichzeitig die beste Aktion des Tessiners, dem gegen seinen ehemaligen Klub wenig gelang. Auffälliger war sein Ersatz Bienvenu. Der Kameruner war wichtige Relaisstation beim siegbringenden 2:1. Seinen Rückpass von der Grundlinie verwertete Yapi mit einem Flachschuss.

Einmal in Rückstand, war Bellinzona gezwungen, etwas mehr zu riskieren. Richtig Gefahr vermochten die Tessiner jedoch nur noch einmal zu provozieren. Dudar korrigierte einen bösen Eigenfehler, als er sich in Ciarrocchis Schuss warf (83.). Bellinzonas-Trainer Cavasin musste hinterher die siebte Niederlage im achten Spiel des Frühjahrs erklären. Sein Team habe lange Zeit gut mitgehalten. Leider habe es sich mit unverzeihlichen Aussetzern selber um den Lohn gebraucht. Der Italiener blickt schwierigeren Wochen entgegen als Petkovic, der an seiner früheren Wirkungsstätte herzlich empfangen worden war.

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