Apéro auf dem Hochhausdach

In der neuen SRF-Vorabendsendung «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» werben diese Woche fünf Bernerinnen und Berner mit mehr und minder kreativen Aktionen für ihre Quartiere.

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Adrian Hopf-Sulc@adrianhopf

Es kam, wie es kommen musste: Nach dem Ende der Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» suchten die Unterhaltungs-Spezialisten beim Schweizer Fernsehen nach der Steigerungsform – und erdachten sich «Mini Schwiiz, dini Schwiiz». Darin treten jeweils eine Woche lang fünf Einwohner von Gemeinden aus einer Region oder von Quartieren der gleichen Stadt gegeneinander an. Sie zeigen den anderen vier Teilnehmern, weshalb gerade ihr Lebensmittelpunkt der schönste der Welt ist.

Dass Bern die schönste Stadt der Welt ist, wissen die fünf Teilnehmer dieser Woche bereits. Den Auftakt macht Domenico Bernabei, Stadtführer und Eventmanager, der für die Altstadt weibelt. Die Führung durch den Zytglogge und die Trottinett-Tour sind mässig originell – aber Bern Tourismus wird ihm für die Gratis-Werbeminuten auf SRF dankbar sein. Immerhin führt er die Gruppe zum Abschluss durch den Sandstein-Käsekeller und ins urchige Fonduestübli der Chäshütte in der Rathausgasse.

Die quirlige Sarah Messerli, Präsidentin des Quartiervereins Bethlehemacker, überrascht die Teilnehmer mit einem Apéro auf dem Dach ihres Hochhauses und mit einem internationalen Zmittagsbuffet bei Nachbarin Esmeralda. Dass dabei alle Dreikönigs-Kartonkronen aufsetzen müssen – man ist ja in Bethlehem – riecht dann doch etwas nach Provinz-TV. Die flotten Sprüche des Sprechers im Off («In Bethlehem ist nicht alles heilig!») machen das Ganze leider auch nicht lustiger.

Dass «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» alle Stadtteile berücksichtigt, können die Gebührenzahler natürlich nicht erwarten. Etwas seltsam ist hingegen, dass in der Berner Staffel je ein Bewohner des Breitenrains und des Spitalackers für ihre Quartiere weibeln. Dass eine klare Abgrenzung im Nordquartier praktisch nicht möglich ist, zeigt sich denn auch: Spitalacker-Fan und Mathematiklehrer Mischa Wyss baut den Botanischen Garten in seine Tour ein, und Breitenrain-Bewohner und Rikschafahrer Sohan Lal führt die Gruppe in den Breitschtreff, der bereits im Spitalacker liegt. Wyss bezirzt die anderen Bernerinnen und Berner zudem mit selbst komponierten Mundart-Chansons, Lal führt sie hingegen zum Sirupier de Berne, der tatsächlich im Breitenrain produziert.

Am Ende jeder Sendung vergeben die Teilnehmer Punkte. Am Freitagabend wird feststehen, wer sein Quartier am besten vertreten hat. Derzeit liegt Mischa Wyss mit 39 von 40 möglichen Punkten in Führung. Aufgeholt werden könnte er noch von Sabina Brägger. Die Textildesignerin lebt und arbeitet in Riedbach im Westen Berns. Sie wird in der Sendung vom Freitag ihren Weiler vorstellen – hoffentlich ohne Karton-Kopfbedeckungen.

Von Montag bis Freitag um 18.15 Uhr auf SRF 1, alle Folgen sind hier abrufbar.

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