Anti-Stau-Massnahme stösst auf Ablehnung

Gegen die Pannenstreifen-Umnutzung auf der Autobahn zwischen Wankdorf und Muri regt sich Widerstand. Bereits sind 36 Einsprachen dagegen eingegangen.

Über dem Freudenbergplatz wünschen sich die Quartierbewohner zusätzliche Lärmschutzmassnahmen.

Über dem Freudenbergplatz wünschen sich die Quartierbewohner zusätzliche Lärmschutzmassnahmen.

(Bild: zvg)

Sophie Reinhardt@sophiereinhardt

Weil es auf der Autobahn A?6 zwischen Muri und Bern-Wankdorf während der Spitzenzeiten zu Stau kommt, hatte das Bundesamt für Strassenbau (Astra) eine Pannenstreifen-Umnutzung (PUN) geplant. Bedeuten würde dies, dass der Pannenstreifen in den Spitzenzeiten temporär zum Fahrstreifen würde.

Heute läuft die Einsparchefrist gegen das Projekt ab und schon jetzt ist klar: Das geplante Vorhaben stösst nicht nur auf Wohlwollen. Bis gestern sind 36 Einsprachen gegen das Projekt beim Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation eingegangen.

Der Berner Gemeinderat gehört zu den Einsprechern: «Um die Interessen der Stadt und der Quartierbevölkerung optimal wahren zu können, hat der Gemeinderat Einsprache gegen das Projekt erhoben», bestätigt Simon Küffer, Stellvertretender Generalsekretär der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün. In der Einsprache hat der Gemeinderat die Anliegen der Quartierkommission des Stadtteils IV und des Nordquartiers aufgenommen, die selbst nicht einspracheberechtigt sind. So fordert das Gremium in seinem Schreiben etwa, dass die Situation für den Fuss- und Veloverkehr am Freudenbergerplatz verbessert wird. «Zudem ist dem Gemeinderat wichtig, dass die Verkehrsbelastung auf dem städtischen Netz und in den Quartieren nicht zunimmt und die städtischen Verkehrsziele gefährdet.» Dies soll mittels Verkehrsmanagement und einem Monitoring sichergestellt werden. Weiter verlangt der Gemeinderat auch «einen optimalen Lärmschutz und eine stadtbildverträgliche Gestaltung der Lärmschutzwände».

Auch der Verein «Fussverkehr Kanton Bern» hat eine Einsprache eingelegt. «Die Fussgänger und Velofahrer kamen bei der Planung zu kurz», begründet dies Vereinspräsident Matthias Aebischer (SP). Die zusätzliche Strassenbelastung habe auch Folgen auf den Fussverkehr.

Das Astra rechnet damit, dass die Baugenehmigung trotz Einsprachen für das Projekt 2017 vorliegt. Im Normalfall daure ein bundesrechtliches Plangenehmigungsverfahren mit Bereinigung der Einsprachen rund zwei Jahre.

Der Bund

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