«Angriff auf die Medienfreiheit»
Eingeschlagene Türen, kaputte Autoscheiben und Farbe an den Fassaden – Unbekannte haben in der Nacht auf Dienstag an den Medienhäusern im Berner Lorrainequartier Schäden verursacht. Ein Bekennerschreiben liegt nicht vor.
Unbekannte haben in der Nacht auf Dienstag Vandalenakte am und um die Berner Medienhäuser im Lorrainequartier verübt. Die laut Kantonspolizei Bern vermummte Täterschaft warf Farbbeutel auf Hausfassaden, schlug Autoscheiben ein und demolierte Eingangstüren. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf mehrere Zehntausend Franken.
Betroffen ist hauptsächlich das Gebäude am Dammweg 3, wo TeleBärn und Radio NRJ eingemietet sind. Aber auch das Medienhaus am Dammweg 9, wo der «Bund» und die «Berner Zeitung» ihre Redaktionsräume haben, hat Farbe abbekommen.
Reaktion auf Berichterstattung?
Christoph Gnägi, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern, will sich auf Spekulationen zur Täterschaft nicht einlassen. «Die Ermittlungen laufen», sagt er auf Anfrage. Einen Verdacht äussert dafür Stephanie Vonarburg, Zentralsekretärin der Mediengewerkschaft Syndicom. «Wir vermuten, dass der Anschlag als Reaktion auf die Reitschule-Berichterstattung von TeleBärn zu verstehen ist», sagt sie. Ein Bekennerschreiben liege allerdings nicht vor. Syndicom und Impressum, der Berufsverband der Journalisten, verschickten gemeinsam eine Stellungnahme. Darin verurteilen die Verbände die Vandalenakte als «Angriffe auf die Medien- und die Meinungsäusserungsfreiheit» und sprechen von «offensichtlich fehlendem Demokratieverständnis» der Täter.
Bei TeleBärn geht man davon aus, dass der Anschlag nicht dem Lokalfernsehen allein gilt. «Auch bei den Fahrzeugen von verschiedenen Lokalradios wurden Scheiben eingeschlagen», sagt Sarah Lauper, die stellvertretende Redaktionsleiterin von TeleBärn. Es sei allerdings nicht das erste Mal, dass Autos von TeleBärn beschädigt wurden. Das Ausmass der aktuellen Schäden sei dieses Mal indes «erschreckend». Lauper wertet den Vandalenakt denn auch als Einschüchterungsversuch. «Über Motiv und Täterschaft können wir nur mutmassen.»
Auch Peter Scheurer, der Geschäftsführer von Radio Bern 1, zeigt sich ob der Dimension der Vandalenakte überrascht. Es gebe immer wieder kleinere «Anschläge», wie etwa ein überspraytes Logo. «Eine solch gezielte und orchestrierte Aktion habe ich aber noch nie erlebt.» Von Radio Bern 1 sind zwei Autos betroffen. Scheurer schätzt die Kosten für das Unternehmen auf knapp zehntausend Franken.
Zeitgleich mit den Vandalenakten im Lorrainequartier wurde auch die UBS- Filiale an der Länggassstrasse versprayt. Ob es sich um dieselbe Täterschaft handelt, ist unklar.
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