«Amnestie, ein neues Haus und die Abschaffung des Kapitalismus»

Nach den gewaltsamen Protesten um die Räumung des besetzten Hauses an der Effingerstrasse melden sich die Besetzer in einem Interview zu Wort.

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Die Wogen um die Räumung der Besetzung des Hauses an der Effingerstrasse 29 und den anschliessenden Protesten haben sich mittlerweile gelegt. Nun kommen die Hausbesetzer in der aktuelle Ausgabe des «Megafon», der Zeitung der Reitschule zu Wort.

In einem Interview erklären sie, warum sie das Haus «gewaltsam verteidigt» hatten. Es sei ihnen «unsinnig» vorgekommen, das Haus «einfach so wieder abzugeben», sagen die im Interview nicht namentlich genannten Besetzer. Das Gebäude sei auf Vorrat geräumt worden. Zudem sei es ein Symbol für «Stadtaufwertung, Behördenwillkür und die Verdrängung der Armen und Nonkonformen.»

Trotz mehrmaligem Bemühen um einen Zwischennutzungsvertrag hätten sie von der Besitzerin des Hauses, dem Bundesamt für Bauten und Logistik, keine Rückmeldung erhalten, sagen die Besetzer weiter.

«Wir waren wütend», begründen die Gesprächspartner die der Räumung folgenden gewaltsamen Proteste in der Länggasse und um die Schützenmatte in derselben Woche. Nach der Räumung seien sie plötzlich obdachlos gewesen, «damit ein Gebäude leer stehen kann».

Mit der Militanz hätten sie aber auch inhaltlich etwas erreicht, sind die Besetzer überzeugt. Jetzt werde über das Thema Wohnungsnot diskutiert. Wären sie friedlich aus dem Haus ausgezogen, hätte das Anliegen kein Gehör gefunden, glauben die Gesprächspartner. So aber hätten auch die Politiker Stellung beziehen müssen. Die Besetzer glauben auch nicht, dass die gewaltsamen Proteste dem ausserparlamentarischen Widerstand geschadet habe. Ohne gewaltsame Proteste würden bald auch gewaltlose Protestformen, wie etwa Sitzstreiks ins Visier geraten, argumentieren sie.

Zum Schluss des Gesprächs formulieren die Interviewten auch ihre Forderungen an die Stadt: Amnestie für die Besetzer, ein neues Haus zum Wohnen und «die Abschaffung des Kampitalismus».

zec

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