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Am Treffpunkt lässt sich jetzt sitzend warten

Die SBB hat beim Treffpunkt am Berner Bahnhof Bänke aufgestellt. Das Pilotprojekt soll bei Erfolg auf weitere Städte ausgeweitet werden.

Die neuen Sitzgelegenheiten am Berner Bahnhof finden bereits Anklang.
Die neuen Sitzgelegenheiten am Berner Bahnhof finden bereits Anklang.
zvg

Die Berner Bahnhofshalle ist ein Stück gemütlicher geworden. Mitten auf der bisher leeren Steinbodenfläche erhebt sich seit dem Mittwochnachmittag eine Installation aus vier Bänken. In ihrem Zentrum: der neue, dorthin verschobene Treffpunktwürfel. Die 18 orange Sitzquadrate sind bei einem Augenschein kurz nach ihrer Installation schon gut besetzt. Laut Franziska Frey haben Befragungen ergeben, dass sich Kunden beim Treffpunkt, wo die Wartezeit teilweise etwas länger ist, eine Sitzgelegenheit wünschen. Zudem wolle man laut Frey den Treffpunkt besser sichtbar machen.

Pilotstadt Bern

Die Bänke würden nun vier Monate auf ihre Tauglichkeit getestet, nachher werde entschieden, ob sie stehen bleiben dürfen. «Der Personenfluss darf nicht beeinträchtigt sein. Die Frequenzen auf diesem Platz sind sehr hoch», so Frei. Bern sei die erste Stadt, in der Sitzgelegenheiten direkt beim Treffpunkt angeboten würden: Bewähren sich die Berner Bahnhofsbänke, wird die Idee laut Frey vielleicht schon bald in andern Städten ebenfalls umgesetzt.

Ein Strategiewechsel?

Damit baut die SBB im Berner Bahnhof zum ersten Mal seit geraumer Zeit das Sitzplatzangebot aus statt ab. Im und um den Bahnhof Bern sind in den letzten Jahren nämlich viele Bänke und Stühle verschwunden. Die SBB etwa hat 2013 ihren Warteraum verkleinert und an einen weniger zentralen Ort verschoben.

Der Raum musste einer Filiale der Firma Starbucks weichen. Und auch die Stadt Bern versteckte 2008 bei der Renovation der Christoffelunterführung die bei Randständigen beliebten Mauerreste hinter Glas. 2013 liess die Stadt zudem die Bänke beim Aufgang Neuengasse entfernen. Zudem ist es im Bahnhof verboten auf den Treppen und am Boden zu sitzen.

Jeder Sitzplatzabbau führte jeweils zu politischen und medialen Kontroversen. Vor allem ältere Menschen seien auf die Sitzgelegenheiten angewiesen, wurde jeweils moniert.

Ein Strategiewechsel der SBB in der Sitzplatzfrage also? «Davon kann keine Rede sein, wir möchten einfach einem Kundenbedürfnis entsprechen», so Frey. Der Zeitpunkt der Lancierung sei Zufällig gewählt.

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