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Am Ende durch den «Hexenkessel»

Den Aargauerstalden rennt sie lieber rauf als runter und dem Berner Publikum gibt sie Bestnoten: Wie die blinde Sportlerin Chantal Cavin den 32. Berner Grand Prix erlebt.

Blinde Läuferin: Chantal Cavin ist mit einem Stoffbändel mit ihrem Guide Peter Wicki verbunden.
Blinde Läuferin: Chantal Cavin ist mit einem Stoffbändel mit ihrem Guide Peter Wicki verbunden.
Tobias Anliker
«Hexenkessel» GP: «Auf allen Seiten hörst du Schritte», beschreibt die Chantal Cavin das Erlebnis. «Würde mir jemand vor die Füsse rennen, könnte mein Guide einen Zusammenstoss oder einen Sturz wohl kaum verhindern.»
«Hexenkessel» GP: «Auf allen Seiten hörst du Schritte», beschreibt die Chantal Cavin das Erlebnis. «Würde mir jemand vor die Füsse rennen, könnte mein Guide einen Zusammenstoss oder einen Sturz wohl kaum verhindern.»
Tobias Anliker
Wie viel nimmt die blinde Läuferin vom GP wahr? «Bei bestimmten Kreuzungen verrät die Geräuschkulisse, wo wir uns befinden», sagt Cavin. «Aber ich bin vor allem mit dem Laufen beschäftigt.»
Wie viel nimmt die blinde Läuferin vom GP wahr? «Bei bestimmten Kreuzungen verrät die Geräuschkulisse, wo wir uns befinden», sagt Cavin. «Aber ich bin vor allem mit dem Laufen beschäftigt.»
Tobias Anliker
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Eine Stunde vor dem Startschuss klingelt Peter Wicki an der Haustür von Chantal Cavin. Technomusik weht vom Guisanplatz herüber. Auf dem Gelände der Militärkaserne zwischen dem Start- und Zielbereich der Grand Prix-Rennen laufen die beiden ein. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie die anderen Zweierteams, die auf dem Kiesweg nebeneinander ihre Runden drehen. Erst bei genauerem Hinsehen ist ein Stoffbändel zu erkennen, der Wicki und Cavin verbindet. Er hält das eine Ende fest, sie das andere. «Wenn ich ein Ziehen spüre, laufe ich nach links. Wenn der Bändel hingegen lose ist, weiss ich, es geht gegen rechts», erklärt Cavin.

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